Unser Pflegekonzept: Gute Löhne für Pflegekräfte, begrenzter Eigenanteil für Pflegebedürftige

Unser Pflegekonzept: Gute Löhne für Pflegekräfte, begrenzter Eigenanteil für Pflegebedürftige

Sozi­al­staat, Grund­ren­te und jetzt Pfle­ge: Wir zei­gen, wie wir als SPD uns die soli­da­ri­sche Gesell­schaft der Zukunft vor­stel­len. In unse­rem neu­en Pfle­ge­kon­zept for­mu­lie­ren wir unse­re Ant­wor­ten auf die Her­aus­for­de­run­gen, die im Bereich der Pfle­ge auf uns zukom­men.

3,5 Mil­lio­nen Men­schen in Deutsch­land sind pfle­ge­be­dürf­tig und die Zahl wird wei­ter stei­gen. Gleich­zei­tig fehlt es an Per­so­nal, auch auf­grund man­geln­der Aner­ken­nung und schlech­ter Arbeits­be­din­gun­gen für Pfle­ge­kräf­te. Vie­le Men­schen machen sich des­halb Sor­gen dar­über, wie sie oder ihre Ange­hö­ri­gen im Alter gut ver­sorgt wer­den kön­nen und was sie das kos­ten wird.

Um die­se Pro­ble­me zu lösen, wol­len wir meh­re­re Maß­nah­men in die Wege lei­ten:

Wir brau­chen bes­se­re Arbeits­be­din­gun­gen in der Pfle­ge. Die Beschäf­tig­ten in die­ser Bran­che sind hoch­qua­li­fi­ziert und machen einen kör­per­lich und geis­tig anstren­gen­den Job, des­sen Bedeu­tung gar nicht hoch genug geschätzt wer­den kann. Sie erfah­ren dafür aber nicht die gesell­schaft­li­che und finan­zi­el­le Aner­ken­nung, die sie ver­die­nen. Ihr Ein­kom­men liegt unter dem Durch­schnitts­lohn; es fehlt an Tarif­ver­trä­gen. Bei der­art unat­trak­ti­ven Arbeits­be­din­gun­gen ist es kei­ne Über­ra­schung, dass es dort an Fach­kräf­ten man­gelt.

Unser Arbeits­mi­nis­ter Huber­tus Heil und unse­re Fami­li­en­mi­nis­te­rin Fran­zis­ka Gif­fey arbei­ten des­halb an der Kon­zer­tier­ten Akti­on Pfle­ge. Wir set­zen uns ein für einen Tarif­ver­trag für die gesam­te Bran­che und damit auch eine bes­se­re Bezah­lung für die Pfle­gen­den. Über eine gesetz­li­che Ände­rung wol­len wir sicher­stel­len, dass nur Pfle­ge­dienst­leis­ter, die sich an den Tarif­ver­trag hal­ten, Geld aus der Pfle­ge­ver­si­che­rung bekom­men kön­nen. Außer­dem muss der Min­dest­lohn für Pfle­ge­kräf­te erhöht und zwi­schen Ost und West schnel­ler ange­gli­chen wer­den.

Für eine bes­se­re Pfle­ge, mehr Per­so­nal und eine bes­se­re Bezah­lung brau­chen wir Geld. Höhe­re Kos­ten dür­fen aber nicht wei­ter zu Las­ten der Pfle­ge­be­dürf­ti­gen und ihrer Fami­li­en gehen. Wir wol­len des­we­gen das jet­zi­ge Sys­tem vom Kopf auf die Füße stel­len: Bis­lang muss­ten Pfle­ge­be­dürf­ti­ge oder deren Ange­hö­ri­ge Kos­ten­stei­ge­run­gen selbst bezah­len, wäh­rend der Anteil der Pfle­ge­ver­si­che­rung begrenzt war. Das hat dazu geführt, dass vie­le Betrof­fe­ne dafür ihre Erspar­nis­se auf­brau­chen und anschlie­ßend sogar Sozi­al­hil­fe in Anspruch neh­men muss­ten. So bezie­hen in Deutsch­land rund 37% der Bewoh­ne­rin­nen und Bewoh­ner sta­tio­nä­rer Pfle­ge­ein­rich­tun­gen Hil­fe zur Pfle­ge als Leis­tung der Sozi­al­hil­fe. Das darf nicht so wei­ter­ge­hen! Wir wol­len, dass der Eigen­an­teil gede­ckelt wird, also nicht wei­ter stei­gen kann. Mög­li­che Zusatz­kos­ten soll statt­des­sen die Pfle­ge­ver­si­che­rung tra­gen. Pfle­ge, die nur aus medi­zi­ni­schen Grün­den erfolgt, soll künf­tig von der Kran­ken­ver­si­che­rung bezahlt wer­den. Die Rück­la­gen der pri­va­ten Pfle­ge­ver­si­che­rung von rund 35 Mrd. EUR sol­len für die soli­da­ri­sche Finan­zie­rung einer bes­se­ren Pfle­ge her­an­ge­zo­gen wer­den. Bei Bedarf kom­men mode­ra­te Erhö­hun­gen des Pfle­ge­ver­si­che­rungs­bei­trags und ein Steu­er­zu­schuss hin­zu.

In sei­ner jet­zi­gen Struk­tur kann das Pfle­ge­we­sen die Her­aus­for­de­run­gen, die auf uns zukom­men nicht mehr aus­rei­chend bewäl­ti­gen. Mit­tel­fris­tig wol­len wir des­halb die gesetz­li­che und die pri­va­te Pfle­ge­ver­si­che­rung zusam­men­zie­hen: Wir wol­len eine Bür­ger­ver­si­che­rung in der Pfle­ge, in die alle ein­zah­len und alle die glei­chen Leis­tun­gen erhal­ten. So wer­den die Bei­trä­ge auf mehr Schul­tern ver­teilt. Das ent­spricht unse­rem Ver­ständ­nis von Soli­da­ri­tät in der Pfle­ge.