Die Grundsteuer muss erhalten und gerecht berechnet werden

Die Grundsteuer muss erhalten und gerecht berechnet werden

 

Ges­tern habe ich im Bun­des­tag zum The­ma Grund­steu­er gespro­chen. Dabei habe ich deut­lich gemacht, dass die Grund­steu­er erhal­ten blei­ben muss, weil sie eine wich­ti­ge Ein­nah­me­quel­le der Kom­mu­nen ist. Und wir wol­len sie gerecht gestal­ten!

Bei der Reform der Grund­steu­er geht es um den Erhalt der dritt­wich­tigs­ten Ein­nah­me­quel­le der Kom­mu­nen - es geht also um Finan­zie­rung von Schu­len, Kin­der­gär­ten, ÖPNV und vie­lem mehr. Die AfD möch­te die Steu­er ganz abschaf­fen, die FDP scheut den büro­kra­ti­schen Auf­wand einer gerech­ten Neu­re­ge­lung und die Uni­on bevor­zugt ein Flä­chen­mo­dell, das unge­recht ist und am Ende Mie­te­rin­nen und Mie­ter stär­ker belas­tet. Das ist mit der SPD nicht zu machen.

Wir wol­len die Grund­steu­er gerecht und auf­kom­mens­neu­tral erhal­ten und sind dabei schon auf einem guten Weg. Mit 15 Bun­des­län­dern gibt es bereits eine Eini­gung auf Eck­punk­te einer wert­ab­hän­gi­gen Neu­ge­stal­tung der Grund­steu­er.

CSU und FDP behaup­ten den­noch, das wert­un­ab­hän­gi­ge Flä­chen­mo­dell sei gerech­ter und wür­de Wohn­grund­stü­cke und Mie­ter bes­ser stel­len. Doch die Zah­len lie­gen vor, bei­de Model­le wur­den gerech­net und das Ergeb­nis ist ein­deu­tig:

Beim von der Uni­on und FDP bevor­zug­ten wert­un­ab­hän­gi­gen Modell wür­de Fol­gen­des pas­sie­ren:

Das Grund­stück eines Fuß­ball­pro­fis in Mün­chen wür­de gleich bewer­tet wie ein gleich gro­ßes Grund­stück im Cobur­ger Land oder in Thü­rin­gen. Es käme zur höhe­ren Belas­tung von Wohn­grund­stü­cken aber zur Ent­las­tung von Geschäfts­grund­stü­cken. In Mün­chen hie­ße das: Goog­le oder Sie­mens kom­men güns­ti­ger weg, Wohn­grund­stü­cke ver­teu­ern sich. Das ist nicht gerecht und übri­gens auch nicht ver­fas­sungs­kon­form!

Beim wert­ab­hän­gi­gen Modell der Bun­des­re­gie­rung, das wir unter­stüt­zen wür­de Fol­gen­des pas­sie­ren:

Die tat­säch­li­che Wert­ent­wick­lung eines Grund­stü­ckes wäre wider­ge­spie­gelt und es käme zu einer gerin­ge­ren Belas­tung der Wohn­grund­stü­cke. Gleich­zei­tig wür­den die Wer­te bei Geschäfts­grund­stü­cken und unbe­bau­ten Grund­stü­cken stei­gen.

Was in der Dis­kus­si­on um die Grund­steu­er­re­form übri­gens mit Blick auf die Mehr­be­las­tung für Mie­te­rin­nen und Mie­ter nicht ver­ges­sen wer­den darf:

  • Die Höhe der Grund­steu­er legen am Ende die Kom­mu­nen über den Hebe­satz fest.
  • Die Grund­steu­er­be­las­tung liegt bei ca. 18 Cent/qm. Die Grund­steu­er ist und wird nicht der Miet­preis­trei­ber sein.
  • Wenn man die Mie­te­rin­nen und Mie­ter ent­las­ten möch­te, muss die Umla­ge­fä­hig­keit der Grund­steu­er aus der Betriebs­kos­ten­ver­ord­nung gestri­chen wer­den.

Mei­ne ers­te Rede zur Grund­steu­er am 21.03.2019