Update: Gerechtigkeit am Zapfhahn

Update: Gerechtigkeit am Zapfhahn

Seit dem Beginn des Iran-Kriegs am 28. Febru­ar stei­gen die Prei­se an den Tank­stel­len ins Uner­mess­li­che. Die Fol­gen müs­sen von Ver­brau­chern und Ver­brau­che­rin­nen getra­gen wer­den, wäh­rend die Mine­ral­öl­kon­zer­ne pro­fi­tie­ren. Die Sprit­prei­se in Deutsch­land stei­gen viel stär­ker als in allen unse­ren euro­päi­schen Nach­bar­län­dern. Des­halb wer­den wir an zwei Stel­len mit unse­rem Maß­nah­men­pa­ket ein­grei­fen.

  1. Die Prei­se an den Tank­stel­len dür­fen nur noch ein­mal am Tag erhöht wer­den

Um das Preis-Cha­os zu mini­mie­ren, dür­fen die Kon­zer­ne die Kraft­stoff­prei­se nur noch ein­mal am Tag anhe­ben, hier­bei gilt zu beach­ten, dass die Tank­stel­len­be­trei­ber ihre Prei­se nicht selbst fest­le­gen dür­fen. Preis­sen­kun­gen sind aber zuläs­sig.

2. Die Beweis­last bei Miss­brauch der Prei­se wird umge­dreht

Wenn Unter­neh­men ihre Prei­se stark erhö­hen, sind sie in der Beweis­last die­se Erhö­hung sinn­voll zu recht­fer­ti­gen, was dann gege­be­nen­falls abge­lehnt wer­den kann. Dies erleich­tert die Arbeit des Kar­tell­amts, da es die Bewei­se nicht selbst sam­meln muss.

Die Fra­ge der Steu­er­ein­nah­men

Es wird immer wie­der behaup­tet, der Staat berei­che­re sich an den gestie­ge­nen Steu­er­ein­nah­men (in Form von Ener­gie­steu­er, CO2-Steu­er und Mehr­wert­steu­er).

Das stimmt aber nicht!

Die Ener­gie­steu­er und die CO2-Abga­be wer­den nicht anhand der ein­ge­nom­me­nen Geld­men­ge berech­net, son­dern anhand der Men­ge des ver­kauf­ten Kraft­stoffs, also bezo­gen auf Liter Benzin/Diesel oder Ton­nen CO2. Daher stei­gen die Steu­er­ein­nah­men des Staats gar nicht, son­dern kön­nen sich teil­wei­se sogar ver­min­dern. Durch die stei­gen­den Prei­se wird auch logi­scher­wei­se weni­ger getankt. Dadurch wird der Kraft­stoff­ver­brauch um eini­ge Pro­zent zurück­ge­hen, was sich auch emp­find­lich in den Ein­nah­men aus der Mehr­wert­steu­er zei­gen wird, die pro­zen­tu­al berech­net wird. Die ein­zi­gen, die also pro­fi­tie­ren, sind die gro­ßen Mine­ral­öl­kon­zer­ne.

Auch die Spe­di­ti­ons- und Trans­port­un­ter­neh­men bekom­men den Preis­an­stieg zu spü­ren. Durch die Teue­rung des Kraft­stoffs stei­gen auch die Trans­port­kos­ten von Lebens­mit­teln und Waren. Dadurch kann es zu einer wei­te­ren Stei­ge­rung der Infla­ti­on kom­men, was sich wie­der­um für Ver­brau­che­rin­nen und Ver­brau­cher vor allem in Form von hohen Lebens­mit­tel­prei­sen und wei­ter sin­ken­den Real­löh­nen aus­wirkt.

Wir von der SPD for­dern:

Eine Über­ge­winn­steu­er

Dabei sol­len die Gewin­ne der Unter­neh­men, die über dem Durch­schnitt der Ein­nah­men aus Frie­dens- oder Vor­kri­sen­zei­ten lie­gen, geson­dert besteu­ert wer­den, um die­sen Über­ge­winn aus­zu­glei­chen. Mit die­sen Ein­nah­men sol­len die Ver­brau­che­rin­nen und Ver­brau­cher ent­las­tet wer­den, z.B. durch die Sen­kung der Ener­gie­steu­er und die Erhö­hung der Pend­ler­pau­scha­le.

Eine täg­li­che Preis­ober­gren­ze

Bel­gi­en und Luxem­burg machen es uns vor. Jeden Tag legen die jewei­li­gen Wirt­schafts­mi­nis­te­ri­en ein täg­li­ches Preis­ma­xi­mum für Heiz­öl, Ben­zin und Die­sel fest. Inner­halb die­ses Spiel­raums kön­nen die Kon­zer­ne ihre Prei­se fest­le­gen. Durch die­sen Höchst­preis wer­den die gro­ßen Mine­ral­öl­kon­zer­ne um die nied­ri­ge­ren Prei­se kon­kur­rie­ren, was am Ende den Ver­brau­chern zugu­te­kommt.

In die­sem Sin­ne steht die Sozi­al­de­mo­kra­tie dafür ein, dass sol­che Kri­sen nicht auf dem Rücken der Ver­brau­che­rin­nen und Ver­brau­cher, die ohne­hin schon durch sin­ken­de Real­löh­ne und Infla­ti­on belas­tet sind, aus­ge­tra­gen wer­den. Statt­des­sen sol­len die Pro­fi­teu­re der Kri­se und die Ver­ant­wort­li­chen dafür auf­kom­men.

Sozia­le Gerech­tig­keit gilt auch an der Tank­stel­le und im Heiz­kel­ler! Wei­te­re aus­führ­li­che Infor­ma­tio­nen sind HIER zur fin­den!