Solardeckel abgeschafft: Kleine und mittlere Solar-Anlagen werden weiter gefördert

Solardeckel abgeschafft: Kleine und mittlere Solar-Anlagen werden weiter gefördert

Der Aus­bau von Solar­an­la­gen wird ab sofort nicht län­ger künst­lich begrenzt und damit kann der Anteil von Erneu­er­ba­ren Ener­gien wei­ter stei­gen. Mit der Ver­ab­schie­dung des Gebäu­de­en­er­gie­ge­set­zes an die­sem Don­ners­tag hat der Deut­sche Bun­des­tag den Weg dafür frei gemacht. Der Solar­de­ckel fällt weg, klei­ne und mitt­le­re Solar-Anla­gen kön­nen so wei­ter geför­dert wer­den. Das hilft dem Kli­ma - und es hilft der Wirt­schaft.

Bis­lang galt: Die finan­zi­el­le För­de­rung von neu­en Pho­to­vol­ta­ik-Anla­gen endet in dem Moment, in dem alle nach §19 EEG instal­lier­ten, geför­der­ten Anla­gen zusam­men eine Kapa­zi­tät von 52 Giga­watt errei­chen. „Die Blo­cka­de­hal­tung der Uni­ons­par­tei­en beim Solar­de­ckel hat zu lan­ge den wei­te­ren Aus­bau der Solar­ener­gie ver­hin­dert“, so Micha­el Schro­di, SPD-Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ter für Dach­au und Fürs­ten­feld­bruck. „Damit ist jetzt Schluss!“ Nach mona­te­lan­gen und schwie­ri­gen Ver­hand­lun­gen hat die SPD sich bei der Abschaf­fung des Solar­de­ckels durch­ge­setzt und den Aus­bau der erneu­er­ba­ren Ener­gien einen gro­ßen Schritt nach vor­ne gemacht. Um das Ziel, einen Anteil von 65 Pro­zent erneu­er­ba­re Ener­gien und letzt­end­lich die Treib­haus­gas­neu­tra­li­tät bis 2050 zu errei­chen, braucht es einen ambi­tio­nier­ten Aus­bau der erneu­er­ba­ren Ener­gien.

Schro­di, der Mit­glied im Umwelt­aus­schuss im Deut­schen Bun­des­tag ist, betont:
„Der Aus­bau der erneu­er­ba­ren Ener­gien ist in Anbe­tracht des Aus­stiegs aus Atom­ener­gie und Koh­le­ver­stro­mung für eine siche­re und bezahl­ba­re Strom­ver­sor­gung abso­lut unver­zicht­bar. Das gilt sowohl für die Solar- wie auch für die Wind­kraft.“ Bei der Wind­kraft an Land konn­te die SPD die von der Uni­on gefor­der­te strik­te bun­des­wei­te Abstands­re­ge­lung von 1.000 Metern ver­hin­dern, die den Aus­bau in wei­ten Tei­len zum Erlie­gen gebracht hät­te. Die Koali­ti­on hat sich statt­des­sen auf eine Län­der­öff­nungs­klau­sel geei­nigt, nach der die Län­der einen Abstand von 1.000 Metern zwi­schen Wind­ener­gie­an­la­gen und Wohn­ge­bäu­den ein­füh­ren kön­nen. Die baye­ri­sche 10-H-Rege­lung ist davon aus­ge­nom­men. „Dass die Baye­ri­sche Staats­re­gie­rung bei Wind­ener­gie­an­la­gen und der Nähe zur Wohn­be­bau­ung auf ihrem Son­der­weg besteht, ist äußerst pro­ble­ma­tisch, denn ohne Wind­ener­gie wer­den wir die not­wen­di­gen Strom­men­gen bei den Erneu­er­ba­ren nicht errei­chen“, kri­ti­siert Schro­di.

Micha­el Schro­di freut sich aber dar­über, dass die SPD sich im Rin­gen um zukunfts­wei­sen­de Ener­gie­po­li­tik in der Gro­ßen Koali­ti­on durch­set­zen konn­te:
„Das betrifft aber nicht nur den Solar­de­ckel und die Wind­kraft, son­dern auch die Ener­gie­ef­fi­zi­enz von Gebäu­den. Die­se ist ein wich­ti­ger Bau­stein, um die Kli­ma­zie­le in Deutsch­land zu errei­chen.“ Bis 2050 soll auch der Gebäu­de­sek­tor kli­ma­neu­tral sein. Das kann durch nied­ri­gen Ener­gie­ver­brauch, durch guten Wär­me­schutz und die Nut­zung von erneu­er­ba­ren Ener­gien, z. B. für das Hei­zen erreicht wer­den. Mit dem Gebäu­de­en­er­gie­ge­setz, wer­den die Eini­gun­gen zu Wind­kraft und Pho­to­vol­ta­ik umge­setzt, das refor­mier­te Ener­gie­spar­recht für Gebäu­de ver­ein­facht und ver­schie­de­ne Vor­ga­ben neu zusam­men­ge­fasst. Es führt u.a. das Ener­gie­ein­spa­rungs­ge­setz, die Ener­gie­ein­spar­ver­ord­nung und das Erneu­er­ba­re-Ener­gien-Wär­me­ge­setz in einem neu­en Gesetz zusam­men.