Dispozinsen gesetzlich begrenzen!

Dispozinsen gesetzlich begrenzen!

Der SPD-Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te für die Land­krei­se Dach­au und Fürs­ten­feld­bruck, Micha­el Schro­di, for­dert die Zins­sät­ze für Kon­to­über­zie­hun­gen gesetz­lich zu regu­lie­ren. Einen ent­spre­chen­den Beschluss hat die SPD-Bun­des­tags­frak­ti­on gefasst. In Deutsch­land sind die Zin­sen für Über­zie­hungs­kre­di­te im euro­päi­schen Ver­gleich sehr hoch. Dies, so Schro­di, belas­te vor allem Men­schen mit nied­ri­gem Ein­kom­men. Eine Decke­lung der Dis­po­zin­sen schei­tert bis­her am Koali­ti­ons­part­ner.

Noch im Novem­ber 2019 gin­gen einer For­sa-Umfra­ge zufol­ge mehr als­zehn Mil­lio­nen Men­schen in Deutsch­land davon aus, ihr Kon­to über die Weih­nachts­fei­er­ta­ge über­zie­hen zu müs­sen. Hier­für fal­len aber in Deutsch­land oft enorm hohe Zin­sen an. Der SPD-Abge­ord­ne­te sieht dar­in eine der Fol­gen der sozia­len Ungleich­heit in Deutsch­land. „Die Zahl der Men­schen die auf einen Dis­po­kre­dit ange­wie­sen sind, war bereits vor der Coro­na-Kri­se zu groß“, so Schro­di. „Jetzt sind zusätz­lich Mil­lio­nen Men­schen in Kurz­ar­beit und ver­fü­gen über ein gerin­ge­res Ein­kom­men. Wir wol­len nicht, dass die­se Men­schen zusätz­lich durch hohe Zin­sen belas­tet wer­den, wenn sie ihr Kon­to auf­grund einer finan­zi­el­len Not­si­tua­ti­on über­zie­hen müs­sen.“

Schro­di for­dert daher, dass der Zins­satz­für ver­ein­bar­te Kon­to­über­zie­hun­gen maxi­mal 6 Pro­zent­punk­te über einem ver­ein­bar­ten Basis­zins­satz lie­gen darf.

„So kann sicher­ge­stellt wer­den, dass Men­schen, die fest auf ihr monat­li­ches Gehalt ange­wie­sen sind, nicht Gefahr lau­fen, in die Dau­er­ver­schul­dung­zu gera­ten.“

Zudem wür­de so mehr Trans­pa­renz hin­sicht­lich der Dis­po-Kon­di­tio­nen geschaf­fen.

Außer­dem, so Schro­di, sol­len in Zukunft kei­ne Zusatz­zin­sen bei Kon­ten­über­zie­hung mehr ver­langt wer­den dür­fen und die Ange­bo­te zur Bera­tung von Men­schen in finan­zi­el­ler Not müs­sen aus­ge­baut wer­den. „In einer Zeit, in der sich deut­sche Kre­dit­in­sti­tu­te bei der EZB Geld zu einem Leit­zins von null Pro­zent lei­hen kön­nen, müs­sen die­se güns­ti­gen Kon­di­tio­nen auch an die Men­schen wei­ter­ge­ge­ben wer­den.“ Statt­des­sen sind die Dis­po­zin­sen fast schon wie­der auf dem Niveau der Vor-Coro­na-Zeit. Dem müs­se nun ein Ende berei­tet wer­den, damit­Men­schen im unte­ren Ein­kom­mens­be­reich zu entlasten.„Es ist kei­ne Schan­de auf einen Dis­po­kre­dit ange­wie­sen zu sein, sehr wohl aber,wenn man­die finan­zi­el­le Ent­las­tung die­ser Men­schen ver­hin­dert“, rich­tet Schro­di einen Appell an die CDU/C­SU-Frak­ti­on.

→ hier geht es zur Pres­se­mit­tei­lung zum The­ma