SPD-Bundesparteitag beschließt Programmpunkte für mehr bezahlbaren Wohnraum und Kommission zur Bodenrechtsreform

SPD-Bundesparteitag beschließt Programmpunkte für mehr bezahlbaren Wohnraum und Kommission zur Bodenrechtsreform

Gro­ßer Erfolg für den neu gewähl­ten Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten Micha­el Schro­di auf dem SPD-Bun­des­par­tei­tag: Der von der Bay­ern­SPD ein­ge­brach­te Antrag zur Ein­set­zung einer Kom­mis­si­on beim Par­tei­vor­stand, die sich mit der Neu­ge­stal­tung der Woh­nungs­po­li­tik und einer Reform des Boden­rechts beschäf­ti­gen wird, wur­de durch den Par­tei­tag ange­nom­men.

Auch die vor­ge­leg­ten woh­nungs­po­li­ti­schen For­de­run­gen aus den Rei­hen der SPD-Bun­des­tags­frak­ti­on und hier von dem aus NRW stam­men­den SPD-Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten Micha­el Groß hat der Bun­des­par­tei­tag beschlos­sen.

Dem­nach bedarf eine nach­hal­ti­ge, sozia­le gerech­te Kom­mu­nal- und Stadt­ent­wick­lungs­po­li­tik ins­be­son­de­re
- einer gemein­wohl­ori­en­tier­ten Ver­ga­be von Grund­stü­cken und bau­rei­fem Land,
- der Ver­hin­de­rung von Boden­spe­ku­la­ti­on,
- einer Reform des Boden­rechts,
- einer Unter­stüt­zung von Genos­sen­schaf­ten und kom­mu­na­len Woh­nungs­un­ter­neh­men durch Inves­ti­ti­ons­zu­schüs­se, Bürg­schaf­ten und Nach­rang­dar­lehn,
- eines Aus­baus der Bun­des­an­stalt für Immo­bi­li­en­auf­ga­ben (BImA) zu einem sozia­len und gemein­wohl­ori­en­tier­ten Woh­nungs­un­ter­neh­men des Bun­des,
- der Bun­des­ver­ant­wor­tung für den sozia­len Woh­nungs­bau auch über 2019 hin­aus - Erhalt der sozia­len Wohn­raum­för­de­rung, lang­fris­ti­ge Bele­gungs­bin­dung, Auf­bau einer Bele­gungs­bin­dung im Bestand.

Schro­di weist in die­sem Zusam­men­hang auch auf die woh­nungs­po­li­ti­schen Pro­ble­me im Land­kreis Fürs­ten­feld­bruck hin. Der Land­kreis soll bis zum Jahr 2035 auf 242.000 Men­schen anwach­sen (Stand 2015: 213.000). Der Woh­nungs­bau in Fürs­ten­feld­bruck kommt jedoch nur schlep­pend vor­an. So wur­den in den Jah­ren 2005 bis 2015 im Land­kreis durch­schnitt­lich nur 799 Wohn­ein­hei­ten pro Jahr fer­tig­ge­stellt.

Ähn­lich stellt es sich im Land­kreis Dach­au dar: Die­ser soll bis 2035 auf 175.000 Men­schen anwach­sen (Stand 2015: 150.000). In den Jah­ren 2005 bis 2015 im Land­kreis durch­schnitt­lich 664 Wohn­ein­hei­ten pro Jahr fer­tig­ge­stellt.

Lösun­gen lie­gen laut Schro­di in einer gemein­wohl­ori­en­tier­ten Ver­ga­be von Grund­stü­cken und in der Ver­hin­de­rung von Boden­spe­ku­la­ti­on bei­spiels­wei­se durch ein kom­mu­na­les Flä­chen­vor­kaufs­recht. Schon seit Jah­ren for­dert der Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te, der für die SPD auch im Kreis­tag sitzt, die För­de­rung von kom­mu­na­len Wohn­bau­ge­sell­schaf­ten und dem genos­sen­schaft­li­chen Bau­en.

Vor allem vor dem Hin­ter­grund der Flie­ger­horst­kon­ver­si­on im Land­kreis Fürs­ten­feld­bruck hebt Schro­di die Bedeu­tung der BImA (Bun­des­an­stalt für Immo­bi­li­en­auf­ga­ben) her­vor, die als sozia­les Woh­nungs­un­ter­neh­men des Bun­des auf­tre­ten müs­se, so dass der Bund sei­ne Vor­bild­funk­ti­on auf dem Woh­nungs­markt ent­fal­ten kann.

Neben die­sen Bestre­bun­gen darf laut Schro­di auch der sozia­le Woh­nungs­bau nicht ver­nach­läs­sigt wer­den. Hier­bei betont er vor allem den Erhalt der sozia­len Wohn­raum­för­de­rung und lang­fris­ti­ge Bele­gungs­bin­dun­gen, die einen Teil zur Ent­span­nung auf dem Woh­nungs­markt bei­tra­gen kön­nen.