Klimaschutz sozial gestalten - Fraktion vor Ort mit Matthias Miersch

Klimaschutz sozial gestalten - Fraktion vor Ort mit Matthias Miersch

Kli­ma­po­li­tik muss ver­bind­lich und gerecht sein. Das hat der Stell­ver­tre­ten­de SPD-Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de Mat­thi­as Miersch auf unse­rer Ver­an­stal­tung in Dach­au betont.

„Wir haben nur einen Pla­ne­ten“, so das Resü­mee des stell­ver­tre­ten­den SPD-Frak­ti­ons­vor­sit­zen­den im Bun­des­tag Mat­thi­as Miersch nach sei­nem mit­rei­ßen­den Vor­trag zur Kli­ma­po­li­tik. Unse­rer Ein­la­dung zur Dia­log-Ver­an­stal­tung mit mei­nem Gast aus Nie­der­sach­sen im Dach­au­er Tho­ma-Haus am gest­ri­gen Abend waren etwa 50 Inter­es­sier­te gefolgt. Die­se betei­lig­ten sich rege an der anschlie­ßen­den Dis­kus­si­on und brach­ten ihre Anlie­gen vor: Von Wind­rä­dern bis zur Haus­sa­nie­rung und von Flug­prei­sen und Kero­sin­be­steue­rung bis zum Mäu­se­bus­sard.

Ober­bür­ger­meis­ter Flo­ri­an Hart­mann, der „bes­te Ober­bür­ger­meis­ter über­haupt“, hat­te kom­pe­ten­ten Besuch in sei­ner Stadt: Mat­thi­as Miersch ist zustän­di­ger Spre­cher der SPD-Frak­ti­on unter ande­rem für Ener­gie und Umwelt, sitzt in der Koh­le­kom­mis­si­on und ver­han­del­te über das Kli­ma­schutz­ge­setz mit Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­ter Peter Alt­mai­er: „Eine inter­es­san­te, wenn auch inhalt­lich äußerst schwie­ri­ge Erfah­rung.“

In sei­nem Vor­trag zum The­ma Sozia­le Kli­ma­po­li­tik stell­te er zunächst klar, dass wir als Gesell­schaft die Mam­mut­auf­ga­be des Kli­ma­schut­zes nur dann hin­be­kom­men, wenn es einen star­ken Staat gibt. „Das zeigt auch das Bei­spiel Min­dest­lohn: Wir kön­nen bei essen­ti­el­len The­men nicht nur auf Frei­wil­lig­keit set­zen“, so Miersch.

Das nun ver­ab­schie­de­te Kli­ma­schutz­ge­setz bie­te zum ers­ten Mal in der Geschich­te der Bun­des­re­pu­blik einen ver­bind­li­chen recht­li­chen Rah­men für die Kli­ma­po­li­tik. Dies ver­bu­che er als Erfolg der SPD, denn auch er selbst arbei­te im Bun­des­tag schon mehr als 10 Jah­re an einem Kli­ma­schutz­ge­setz.

Wich­tig ist mei­nem Kol­le­gen aus dem Raum Han­no­ver aber, dass bei den Maß­nah­men zum Kli­ma­schutz der sozia­le Aspekt nicht ver­ges­sen wird: „Ein höhe­rer CO2-Preis darf erst dann grei­fen, wenn das ent­spre­chen­de Ange­bot vor­han­den ist.“ Gemeint sind im Bereich Mobi­li­tät zum Bei­spiel bezahl­ba­re Elek­tro­au­tos sowie ein aus­ge­bau­ter und attrak­ti­ver ÖPNV. Erst dann könn­ten die Men­schen näm­lich umstei­gen. Das kann ich nur unter­stüt­zen. Denn ansons­ten kön­nen sich die Rei­chen wei­ter­hin jede Umwelt­ver­schmut­zung leis­ten, wäh­rend die finan­zi­ell weni­ger Star­ken auf der Stre­cke blei­ben.

Eine beson­de­re Rol­le bei der Ziel­er­rei­chung des Kli­ma­schutz-Abkom­mens von Paris kommt laut Miersch dem Aus­bau der Erneu­er­ba­ren Ener­gien zu. Doch hier brem­se hier­zu­lan­de die Baye­ri­sche Staats­re­gie­rung genau­so wie auf Bun­des­ebe­ne die CDU/CSU. Die SPD müs­se den Spa­gat in der Gro­ßen Koali­ti­on schaf­fen, zwi­schen den eige­nen Ansprü­chen und den For­de­run­gen der CDU/CSU. Die Uni­on wol­le nur ent­we­der der Pho­to­vol­ta­ik-Decke­lung oder gemä­ßig­te­ren Abstands­flä­chen für Wind­rä­der zustim­men. „Strik­te Abstands­re­geln und der Wider­stand der Bür­ger füh­ren aber dazu, dass es prak­tisch kei­nen Aus­bau der Wind­kraft mehr gibt“, beklagt Miersch.

Genau dar­um ging es auch Ober­bür­ger­meis­ter Flo­ri­an Hart­mann in sei­nen Nach­fra­gen. Denn die Stadt­wer­ke Dach­au kön­nen eine Wind­kraft­an­la­ge auf­grund der Kla­ge von Natur­schüt­zern nicht betrei­ben. „Hier wer­den wir uns fra­gen müs­sen, ob wir wirk­lich wei­ter­hin Ein­zel­nen das Recht geben wol­len, gegen Maß­nah­men zu kla­gen, die der All­ge­mein­heit zu Gute kom­men“, erläu­tert Miersch.

Den Bür­gern ging es in der anschlie­ßen­den Fra­ge­run­de auch um die The­men För­de­rung von kli­ma­scho­nen­den Sanie­rungs­maß­nah­men, um zu bil­li­ge Flü­ge und den Bei­trag eines jeden Ein­zel­nen zum Kli­ma­schutz.

Zum Abschluss stell­te Mat­thi­as Miersch noch ein­mal klar: „Wir kön­nen die Ener­gie­wen­de nur schaf­fen, wenn wir das als Gesamt­ge­sell­schaft wol­len. Und das kann nur gelin­gen, wenn sie sozi­al gerecht gestal­tet wird.“ Und er hat recht. Ich habe daher noch­mals ver­deut­licht, dass sozia­le Gerech­tig­keit nur mit der SPD mög­lich ist und habe daher mit Blick auf Ober­bür­ger­meis­ter Flo­ri­an Hart­mann um star­ke Kom­mu­nen in sozi­al­de­mo­kra­ti­scher Hand gewor­ben.

Ich dan­ke Mat­thi­as Miersch für den Inter­es­san­ten Vor­trag und die kom­pe­ten­ten und kla­ren Ant­wor­ten auf die Fra­gen in Dach­au.