Internationaler Tag des Bodens

Internationaler Tag des Bodens

Wir tre­ten ihn ger­ne mit Füßen und doch ist er eine manch­mal ver­ges­se­ne, aber lebens­wich­ti­ge Res­sour­ce: Am Inter­na­tio­na­len Tag des Bodens wol­len wir uns dar­an erin­nern, was der Boden alles für uns leis­tet und wie wir ihn - und dadurch auch uns - immer mehr in Gefahr brin­gen.

Im Umwelt­aus­schuss des Bun­des­tags bin ich Bericht­erstat­ter für die­ses The­ma und habe hier ein paar inter­es­san­te Fak­ten für Euch zusam­men­ge­stellt.

BODEN IST ENDLICH Unse­re Böden sind in vie­len tau­send Jah­ren ent­stan­den. Selbst bei unge­stör­ten Bedin­gun­gen dau­ert es 1000 Jah­re, bis sich eine 30 cm dicke Humus­schicht ent­wi­ckelt. Boden­schä­den kön­nen also nicht ein­fach aus­ge­gli­chen wer­den. Boden gilt nach mensch­li­chen Maß­stä­ben als nicht erneu­er­ba­re Res­sour­ce.

BODEN VERSCHWINDET Pro Jahr ver­lie­ren wir welt­weit über 10 Mio. Hekt­ar frucht­ba­ren Bodens. Durch Ver­sie­ge­lung und Bebau­ung, nicht nach­hal­ti­ge Land­wirt­schaft oder Ver­schmut­zung mit Schad­stof­fen. Der Boden ver­liert sei­ne Frucht­bar­keit und Pro­duk­ti­vi­tät, eben­so wie sei­ne immer wie­der unter­schätz­te Funk­ti­on für das Kli­ma.

...DURCH VERSIEGELUNG In Deutsch­land wer­den täg­lich 62 Hekt­ar (oder 87 Fuß­ball­fel­der) für den Bau von Stra­ßen und Woh­nun­gen in Anspruch genom­men. Dadurch gehen wert­vol­le (Acker-)Böden ver­lo­ren, wie auch Lebens­raum für die Tier- und Pflan­zen­welt. Der Boden kann sei­ne Rol­le als natür­li­cher Was­ser­spei­cher nicht mehr wahr­neh­men.

...DURCH EROSION Durch schwe­re Land­ma­schi­nen auf den Äckern wird der Boden ver­dich­tet und lässt Was­ser schlech­ter ver­si­ckern. Hoch­ef­fi­zi­en­te Ern­te und zeh­ren­de Anbau­me­tho­den sen­ken den Nähr­stoff­ge­halt im Boden. Durch star­ke Nie­der­schlä­ge wird er weg­ge­spült, nach Dür­re­pha­sen durch Wind abge­tra­gen.

BODEN SPEICHERT WASSER Gesun­der Boden fil­tert nicht nur Was­ser, er kann bis zu 200 Liter Regen pro Qua­drat­me­ter und Meter Tie­fe auf­neh­men. Eine viel­fa­che Men­ge sei­nes Gewichts. Die Risi­ken von Über­flu­tung und Aus­trock­nung wer­den so ver­rin­gert. Damit spielt er bei zuneh­men­den Extrem­wet­tern eine wich­ti­ge Rol­le.

BODEN SPEICHERT CO2 Böden spei­chern mit mehr als 3.000 Mil­li­ar­den Ton­nen - nach den Ozea­nen - glo­bal die größ­te Men­ge CO2. Das Zehn­fa­che der Wäl­der, das Fünf­fa­che der Atmo­sphä­re. Ein bis drei Mil­li­ar­den Ton­nen kom­men jähr­lich dazu. Doch: Bei ver­stärk­tem Humus­ab­bau wird CO2 frei­ge­setzt. Dann wer­den Böden vom Spei­cher zum Ver­ur­sa­cher.

BODEN ERNÄHRT Über 90 % der Pro­duk­ti­on unse­rer Nah­rungs­mit­tel hängt vom Boden ab. Bis 2050 wer­den für 9 Mrd. Men­schen ca. 60 % mehr Lebens­mit­tel benö­tigt als heu­te. Gleich­zei­tig sinkt die pro Kopf ver­füg­ba­re Anbau­flä­che. Und: Welt­weit pro­du­zie­ren knapp 3 Mrd. Men­schen Nah­rung für den Eigen­be­darf. Schlech­te Böden wer­den zum Grund für Migra­ti­on.

BODEN SCHÜTZEN Die Not­wen­dig­keit von Schutz für Luft und Was­ser stellt nie­mand mehr in Fra­ge. Genau das muss aber auch für den Boden gel­ten. Boden ist eine kost­ba­re und end­li­che Res­sour­ce. Eine flä­chen­spa­ren­de Boden­po­li­tik und eine boden­scho­nen­de Land- und Forst­wirt­schaft muss unser Ziel sein.

BODEN SCHÜTZER*IN WERDEN Zwei Fuß­ball­fel­der an Boden braucht es pro Jahr für die Pro­duk­ti­on der von mir oder dir kon­su­mier­ten Pro­duk­te. Sechs Mal mehr als für eine Per­son in Ban­gla­desch. Fast 60% der für den euro­päi­schen Kon­sum genutz­ten Flä­chen liegt außer­halb der EU. Gleich­zei­tig geht ein Drit­tel der welt­weit pro­du­zier­ten Lebens­mit­tel ver­lo­ren, z.B. beim Trans­port, oder wird weg­ge­wor­fen. Unser eige­ner Kon­sum ist ein Punkt, an dem wir alle anset­zen kön­nen.

Und ich? Ich wer­de mich im Umwelt­aus­schuss wei­ter­hin für unse­ren Boden stark machen!

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen fin­det ihr hier und hier