Anlässlich des Gedenktags für die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar hat Michael Schrodi, SPD-Bundestagsabgeordneter für Dachau und Fürstenfeldbruck, im Namen der Bundestagsfraktion den Zeitzeugen Ernst Grube und seine Frau Helga Hanusa im Deutschen Bundestag zu der alljährlichen Gedenkfeier empfangen.

Im Anschluss an die offizielle Gedenkstunde führte der SPD-Abgeordnete für Dachau und Fürstenfeldbruck Ernst Grube und seine Frau durch die Gebäude des Bundestages und tauschte sich bei einem Mittagsessen über die Erinnerungsarbeit und die jüngsten politischen Entwicklungen aus.
Lange Zeit war die deutsche Öffentlichkeit nicht an einer Aufarbeitung der NS-Verbrechen interessiert. „Ich wollte über das Erlebte sprechen und meine Erfahrungen erzählen, aber damals wollte es keiner hören“, so der Holocaust-Überlebende. Herr Grube begrüßte ausdrücklich die zuletzt zahlreichen Demonstrationen für Demokratie und Rechtsstaat und gegen Rassismus und Rechtsextremismus und wertet sie als Zeichen einer wehrhaften, demokratischen Gesellschaft. „Die Energie dieser Demonstrationen muss jetzt weitergetragen werden und in konkreten Maßnahmen und Projekten für mehr sozialen Zusammenhalt münden“, so Grube.
Für Schrodi sind die Ausführungen von Ernst Grube eine Mahnung und vor allem Auftrag für Politik und Gesellschaft, die Gefahren von rechten Kräften endlich ernst zu nehmen und sich ihnen aktiv in den Weg zu stellen. Für Schrodi war nach der Bekanntgabe der Gedenkstunde gleich klar, dass er den 92-Jährigen einladen will. „Ich bin sehr froh, dass Herr Grube meiner Einladung gefolgt ist und wir der Opfer des Nationalsozialismus gemeinsam gedenken und uns austauschen konnten. Das Leben und Wirken von Ernst Grube sollte vielen Menschen als Vorbild dienen. Trotz Verfolgung und Inhaftierung ist er seinen politischen Überzeugungen immer treu geblieben. Wir müssen alles dafür tun, dass sich die Geschichte nicht wiederholt“, so Schrodi.
