"Fridays for Future" - Meine ehemaligen Schüler demonstrieren für Ihre Zukunft

"Fridays for Future" - Meine ehemaligen Schüler demonstrieren für Ihre Zukunft

„Fri­days for Future“ - unter die­sem Mot­to sind am ver­gan­ge­nen Frei­tag 200 Schü­le­rin­nen und Schü­ler des Vis­car­di-Gym­na­si­ums Fürs­ten­feld­bruck zusam­men mit meh­re­ren Tau­send ande­ren jun­gen Men­schen in Mün­chen für mehr Kli­ma­schutz auf die Stra­ße gegan­gen.

Schul­lei­ter Wal­ter Zell­mei­er hat­te sie mit Zustim­mung der Eltern beur­laubt. Dass ich das groß­ar­tig fin­de, habe ich ihm am Mon­tag im per­sön­li­chen Gespräch ver­si­chert. Schließ­lich sieht der Bil­dungs- und Erzie­hungs­auf­trag der Schu­len als Bil­dungs­ziel auch vor, jun­gen Men­schen ein Ver­ant­wor­tungs­be­wusst­sein für Natur und Umwelt zu ver­mit­teln. Ich freue mich, dass so vie­le mei­ner ehe­ma­li­gen Schü­le­rin­nen und Schü­lern ein Zei­chen für den Kli­ma­schutz gesetzt haben.

Und ich freue mich, dass auch wir in Ber­lin am sel­ben Tag ein Zei­chen set­zen konn­ten: Der Kon­sens, den die Kom­mis­si­on „Wachs­tum, Struk­tur­wan­del und Beschäf­ti­gung“ („Koh­le­kom­mis­si­on“) gefun­den hat, ist ein Erfolg und ein wich­ti­ges poli­ti­sches Signal für unse­re Gesell­schaft. Wir haben es geschafft, die unter­schied­li­chen Grup­pen bei die­ser ent­schei­den­den Zukunfts­fra­ge zusam­men­zu­brin­gen. Ver­tre­ter von Umwelt­ver­bän­den, Gewerk­schaf­ten, aus Wirt­schaft und Indus­trie, der Wis­sen­schaft und der betrof­fe­nen Regio­nen – sie alle haben kon­struk­tiv gear­bei­tet und die­sen Kom­pro­miss mög­lich gemacht. Das Ergeb­nis ist zum einen ein belast­ba­rer Koh­le­aus­stiegs­pfad mit einem kla­ren Aus­stiegs­da­tum. Zum ande­ren sind die Inter­es­sen der Beschäf­tig­ten, der Regio­nen und der Wirt­schaft immer mit­ge­dacht wor­den. Wir gestal­ten den Koh­le­aus­stieg sozi­al ver­träg­lich, so wie wir als SPD es ver­spro­chen haben.

Jetzt beginnt die Arbeit für uns aber erst rich­tig. Die Vor­schlä­ge der Kom­mis­si­on müs­sen nun sorg­fäl­tig bewer­tet und in Geset­zes­form gebracht wer­den. Ziel muss ein gutes und zukunfts­fä­hi­ges Kon­zept für die Men­schen sein, bei gleich­zei­ti­ger Ein­hal­tung der Pari­ser Kli­ma­zie­le. Außer­dem heißt es jetzt, auch die ande­ren Sek­to­ren anzu­ge­hen. Ver­kehr, Gebäu­de, Land­wirt­schaft, Indus­trie – was im Ener­gie­sek­tor jetzt pas­siert ist, muss auch in den ande­ren Sek­to­ren pas­sie­ren.

Den Rah­men für all das wird unser Kli­ma­schutz­ge­setz bil­den, das wir 2019 ver­ab­schie­den wer­den. Wir machen Kli­ma­schutz­po­li­tik damit end­lich recht­lich ver­bind­lich.

Eini­ge wich­ti­ge Eck­punk­te des Berichts der Koh­le­kom­mis­si­on:

Zu Ener­gie und Kli­ma­schutz

  • Die Leis­tung der Kraft­wer­ke im Markt im Jahr 2022 soll auf rund 15 GW Braun­koh­le und rund 15 GW Stein­koh­le redu­ziert wer­den. Damit wird bis 2022 im Ener­gie­sek­tor eine CO2-Min­de­rung von min­des­tens 45 Pro­zent im Ver­gleich zu 1990 erreicht.
  • In 2030 sol­len noch maxi­mal 9 GW Braun­koh­le und 8 GW Stein­koh­le am Netz sein. Auf die­sem Weg errei­chen wir zuver­läs­sig das euro­pa­po­li­tisch ver­bind­li­che Kli­ma­ziel 2030 in der Ener­gie­wirt­schaft.
  • Das End­da­tum der Koh­le­ver­stro­mung ist spä­tes­tens 2038.
  • Die Kom­mis­si­on emp­fiehlt eine Ent­las­tung der Unter­neh­men und pri­va­ten Haus­hal­te vom Strom­preis­an­stieg, der durch die poli­tisch beschleu­nig­te Redu­zie­rung und Been­di­gung der Koh­le­ver­stro­mung ent­steht.

Zum Struk­tur­wan­del:

  • 1,5 Mrd. € wer­den für struk­tur­po­li­ti­sche Maß­nah­men in der lau­fen­den Legis­la­tur­pe­ri­ode bereit­ge­stellt. Die­se wur­den von Bun­des­mi­nis­ter Olaf Scholz bereits im Haus­halt hin­ter­legt.
  • Die Kom­mis­si­on emp­fiehlt dar­über hin­aus, den von der vor­zei­ti­gen Been­di­gung der Koh­le­ver­stro­mung betrof­fe­nen Län­der in den kom­men­den 20 Jah­ren ins­ge­samt 40 Mrd. € für den Struk­tur­wan­del zur Ver­fü­gung zu stel­len.
  • Es wur­de eine Sicher­heits­zu­sa­ge an die Beschäf­tig­ten ver­ein­bart. Je nach per­sön­li­cher Situa­ti­on des betrof­fe­nen Beschäf­tig­ten sol­len ver­bind­li­che, tarif­li­che Rege­lun­gen zwi­schen den Sozi­al­part­nern getrof­fen wer­den.
  • Um Über­gän­ge im Bedarfs­fall zu erleich­tern, soll ein Anpas­sungs­geld - Braun­koh­le (APG-B) für Arbeit­neh­me­rin­nen und Arbeit­neh­mer der Braun­koh­le­indus­trie ent­wi­ckelt wer­den. Es erstreckt sich auf alle Beschäf­tig­ten der Braun­koh­le­un­ter­neh­men ab einem Alter von 58 Jah­ren.
  • Bund und Län­der wer­den auf­ge­for­dert, in den kom­men­den Jah­ren ins­be­son­de­re Neu­grün­dun­gen und Erwei­te­run­gen von Behör­den oder Ein­rich­tun­gen in den Revie­ren vor­zu­neh­men. Durch den Bund sol­len ins­ge­samt bis zu 5.000 neue Arbeits­plät­ze bis spä­tes­tens 2028 geschaf­fen wer­den.

Zum Ham­ba­cher Forst:

  • Die Kom­mis­si­on hält es für wün­schens­wert, dass der Ham­ba­cher Forst erhal­ten bleibt. Sie bit­tet die Lan­des­re­gie­run­gen, mit den Betrof­fe­nen vor Ort in einen Dia­log um die Umsied­lun­gen zu tre­ten, um sozia­le und wirt­schaft­li­che Här­ten zu ver­mei­den.