Faktencheck II zu „Jetzt red i“ (BR am 27.11.2024)

Faktencheck II zu „Jetzt red i“ (BR am 27.11.2024)

Jetzt red i: In Zei­ten lee­rer Kas­sen - Was kön­nen wir uns noch leis­ten - hier anschau­en

Der baye­ri­sche Finanz­mi­nis­ter Albert Für­a­cker (CSU) leug­ne­te in der Sen­dung, dass es 1.800 unbe­setz­te Stel­len in der baye­ri­schen Finanz­ver­wal­tung gibt.

In der Sen­dung sag­te der baye­ri­sche Finanz­mi­nis­ter auf die Fra­ge, ob es in der baye­ri­schen Finanz­ver­wal­tung 1.800 offe­ne Stel­len gebe, wört­lich (ab etwa Minu­te 10:40), „… ja wirk­lich nicht, es ist ja schön, dass man sol­che Zah­len nennt, die man durch nichts bele­gen kann“ und „… immer wie­der die Behaup­tun­gen, die wer­den im Land­tag auch immer wie­der gemacht…“. Er nann­te es eine „rela­tiv bil­li­ge Argu­men­ta­ti­on“, weil Stel­len wegen Schwan­ger­schaft und Mut­ter­schutz frei­ge­hal­ten wer­den müss­ten.

Fakt ist: Zum 1. Janu­ar 2024 waren laut Ant­wort des Baye­ri­schen Finanz­mi­nis­te­ri­ums auf eine schrift­li­che Anfra­ge im Baye­ri­schen Land­tags 1.810 Stel­len in den Finanz­äm­tern nicht besetzt

In sei­ner Ant­wort vom 6. Sep­tem­ber 2024 auf eine schrift­li­che Anfra­ge der Land­tags­ab­ge­ord­ne­ten Arif Tas­de­len, Volk­mar Halbleib und Har­ry Scheu­en­stuhl (alle SPD) zu „Stel­len und Per­so­nal in den baye­ri­schen Finanz­äm­tern“ schreibt der Staats­se­kre­tär im Baye­ri­schen Staats­mi­nis­te­ri­um für Finan­zen und Hei­mat, Mar­tin Schöf­fel (MdL), wört­lich:

„Zum Stich­tag 1. Janu­ar 2024 waren 1.810 Stel­len an den Finanz­äm­tern nicht mit Arbeits­kräf­ten besetzt.

Die nicht mit Arbeits­kräf­ten besetz­ten Stel­len waren mit Beschäf­tig­ten in Aus­bil­dungs­qua­li­fi­zie­rung (123) oder abge­ord­ne­ten Beam­tin­nen und Beam­ten (304) besetzt, unter­la­gen einer Wie­der­be­set­zungs­sper­re (222) oder waren wegen Alters­teil­zeit gesperrt bzw. nicht besetz­bar (309). Dar­über hin­aus waren ins­ge­samt 852 Stel­len frei. Die­se waren für Rück­keh­re­rin­nen und Rück­keh­rer aus Beur­lau­bun­gen und für Teil­zeit­auf­sto­ckun­gen frei­zu­hal­ten, ent­fie­len auf Per­so­nal­ab­gän­ge nach der letzt­jäh­ri­gen Über­nah­me der geprüf­ten Anwär­te­rin­nen und Anwär­ter im Herbst 2023 oder waren Plan­stel­len, die zu einem spä­te­ren Zeit­punkt besetzt wer­den mit erfolg­reich aus­ge­bil­de­ten Anwär­te­rin­nen Anwär­tern, die sich zum 1. Janu­ar 2024 noch in Aus­bil­dung befan­den“ (vgl. Ant­wort 1.2 und 1.3, BayLT-Drs. 19/3215) - hier nach­le­sen

Unter der Rubrik "Im Fokus" möch­te ich nach­weis­li­che Falsch­be­haup­tun­gen, Schlecht­re­de­rei­en und unter­schwel­li­ge Nar­ra­ti­ve gera­de­rü­cken, sofern sie in mei­nem Arbeits­be­reich im Bun­des­tag lie­gen. Wich­tig ist mir dabei, ganz ein­fach beleg­ba­re Fak­ten spre­chen zu las­sen.