Der Wald braucht unsere Hilfe!

Der Wald braucht unsere Hilfe!

Hit­ze, Dür­re, Stür­me, Bor­ken­kä­fer: 2018 hat den Wald in Deutsch­land enorm unter Stress gesetzt. Unser Wald braucht Hil­fe! Wir brau­chen kurz­fris­tig Maß­nah­men, um die ange­spann­te Situa­ti­on zu bewäl­ti­gen, aber vor allem müs­sen wir den Wald lang­fris­tig fit machen für die Ver­än­de­run­gen durch den Kli­ma­wan­del. Nur so kön­nen wir das Mul­ti­ta­lent Wald mit all sei­nen Funk­tio­nen für Kli­ma, Natur und Gesell­schaft für zukünf­ti­ge Gene­ra­tio­nen erhal­ten.

Deutsch­land ist eines der wald­reichs­ten Län­der Euro­pas. Fast ein Drit­tel des Bun­des­ge­bie­tes ist mit Wald bedeckt. Bay­ern hat mit 2,6 Mil­lio­nen Hekt­ar von allen Bun­des­län­dern die größ­te Wald­flä­che. Wald ver­bin­den wir mit ursprüng­li­cher Natur und Erho­lung. Wald pro­du­ziert Sau­er­stoff, fil­tert Schad­stof­fe, bin­det CO2. Wald regu­liert den Was­ser­haus­halt, ver­hin­dert Ero­si­on und Ver­ödung. Wald bie­tet den Lebens­raum für zahl­lo­se Arten - Insek­ten, Pflan­zen, Vögeln und Säu­ge­tie­ren. Und Wald ist ein wich­ti­ger Wirt­schafts­fak­tor im länd­li­chen Raum, für die Forst­wirt­schaft und den Tou­ris­mus.

Die Lis­te der Leis­tun­gen, die der Wald für uns erbringt, ist lang. All das kann nur ein gesun­der Wald leis­ten. Doch ein immer grö­ße­rer Teil der Bäu­me in unse­ren Wäl­dern ist nicht mehr gesund. Laut Bun­des­wald­in­ven­tur sind nur noch 28% der Bäu­me ohne sicht­ba­re Schä­den. Die Ster­be­ra­te hat sich in den ver­gan­ge­nen 30 Jah­ren ver­dop­pelt. Die anhal­ten­de Tro­cken­heit und Extrem­wet­ter­er­eig­nis­se set­zen den Wäl­dern immer mehr zu. Durs­ti­ge, gestress­te Bäu­me kön­nen sich dar­über hin­aus weni­ger gut gegen Schäd­lin­ge weh­ren, die es selbst ger­ne warm und tro­cken haben und Stür­men auf ein gro­ßes Ange­bot an Tot­holz tref­fen.

Der Kli­ma­wan­del und sei­ne Kon­se­quen­zen sind eine rie­si­ge Her­aus­for­de­rung für den Wald und die Forst­wirt­schaft. Doch das Aus­maß der Schä­den ist lei­der auch haus­ge­macht. Struk­tur­rei­che, arten­rei­che Wäl­der und nach­hal­tig bewirt­schaf­te­te Fors­ten kön­nen sich bes­ser zur Wehr set­zen als flach wur­zeln­de, schnell wach­sen­de Fich­ten- und Kie­fern­mo­no­kul­tu­ren. Das wis­sen wir nicht erst seit dem letz­ten Hit­ze­som­mer. Ein natur­na­her Wald­um­bau, eine öko­lo­gi­sche­re, nach­hal­ti­ge­re Forst­wirt­schaft und ein scho­nen­der Umgang mit der Res­sour­ce Holz: Hier besteht in vie­len Berei­chen Nach­hol­be­darf.

Unser Koali­ti­ons-Antrag zum Wald setzt des­halb breit an und ent­hält sowohl Maß­nah­men zur Unter­stüt­zung der Forst­wirt­schaft in der der­zei­ti­gen ange­spann­ten Lage, wie auch zur Prä­ven­ti­on von Wald­brän­den und Scha­dens­fäl­len und zur För­de­rung einer nach­hal­ti­gen Forst­wirt­schaft und eines natur­na­hen Wald­um­baus. Bereits bereit­ge­stellt wer­den von 2019 bis 2023 wei­te­re 25 Mil­lio­nen Euro für Maß­nah­men zur Bewäl­ti­gung der Fol­gen von Extrem­wet­ter­er­eig­nis­sen im Rah­men der Gemein­schafts­auf­ga­be Agrar­struk­tur und Küs­ten­schutz (GAK) und eine Auf­sto­ckung des Wald­kli­ma­fonds von 19,5 auf 24,5 Mil­lio­nen jähr­lich ab 2019. Wir prü­fen, ob die­se Mit­tel für die Behe­bung der Wal­schä­den und eine Stär­kung des natur­na­hen Wald­um­baus aus­rei­chend sind oder zusätz­li­che Mit­tel in den kom­men­den Jah­ren benö­tigt wer­den.

Im engen Dia­log mit allen Akteu­ren der Wald-, Natur­schutz, Forst- und Holz­po­li­tik wol­len wir zudem die Wald­stra­te­gie 2020 fort­schrei­ben und zu einer Leit­li­nie für den Wald der Zukunft wei­ter­ent­wi­ckeln. Ziel muss es sein, den Bedürf­nis­sen einer nach­hal­ti­gen Forst­wirt­schaft eben­so Rech­nung zu tra­gen wie dem Kli­ma­schutz und dem Erhalt der bio­lo­gi­schen Viel­falt.

Hier gibt es den kom­plet­ten Antrag.