E-Lending: Die Bibliothek im digitalen Zeitalter

E-Lending: Die Bibliothek im digitalen Zeitalter

Das The­ma E-Len­ding, also der Ver­leih von E-Medi­en in Biblio­the­ken war am 15. Janu­ar The­ma des Arbeits­krei­ses Urhe­ber­recht der SPD-Frak­ti­on. In den letz­ten Mona­ten habe ich zahl­rei­che Zuschrif­ten aus mei­nen Wahl­kreis zu die­sem The­ma erhal­ten, sowohl von Biblio­the­ken als auch deren Nut­ze­rin­nen und Nut­zern.

Öffent­li­che Biblio­the­ken erfül­len einen brei­ten Infor­ma­ti­ons- und Bil­dungs­auf­trag, indem sie Infor­ma­tio­nen für jeden Bür­ger frei zugäng­lich zur Ver­fü­gung stel­len. Um die­se Funk­tio­nen auch im digi­ta­len Zeit­al­ter erfül­len zu kön­nen, brau­chen sie den glei­chen Zugang zu E-books wie zu gedruck­ten Büchern und Zei­tun­gen. Und dies zu ange­mes­se­nen Kon­di­tio­nen. Zugleich muss jedoch wei­ter­hin eine fai­re Ver­gü­tung der Urhe­ber und Ver­la­ge sicher­ge­stellt wer­den.

Der­zeit ist es für die Biblio­the­ken in vie­len Fäl­len schwie­rig, E-Books – ins­be­son­de­re aktu­el­le – ihren Nut­ze­rin­nen und Nut­zern zur Ver­fü­gung zu stel­len. Im Unter­schied zum gedruck­ten Buch wer­den E-Books näm­lich von den Biblio­the­ken recht­lich gese­hen nicht erwor­ben, son­dern sie wer­den ihnen von den Ver­la­gen auf Basis von Lizenz­ver­trä­gen zur Nut­zung über­las­sen. Die Ver­la­ge kön­nen hier­bei frei ent­schei­den, ob sie Lizen­zen für ein bestimm­tes Werk ver­ge­ben und zu wel­chen Bedin­gun­gen. Im Ergeb­nis bedeu­tet das der­zeit, dass Lizen­zen an Biblio­the­ken – wenn über­haupt – oft­mals nur zeit­lich begrenzt und erst Mona­te nach Erschei­nen des E-Books ver­ge­ben wer­den. Zudem zah­len die Biblio­the­ken im Ver­gleich zum Han­del häu­fig deut­lich höhe­re Prei­se für die E-Books.

Ich wer­de mich dafür ein­set­zen, dass zeit­nah eine Lösung gefun­den wird, die das Reper­toire von E-Books für Biblio­the­ken sicher­stellt. Um dies zu errei­chen, wer­den der­zeit fol­gen­de Vor­schlä­ge dis­ku­tiert:

  • Die gesetz­li­che Ver­pflich­tung der Ver­la­ge zur Lizen­zie­rung ihrer E-Books
  • Die Erwei­te­rung der Biblio­theks­tan­tie­me auf digi­ta­le Medi­en, damit der Urhe­ber finan­zi­ell an der Nut­zung betei­ligt wird

Hin­ter­grund: Die Biblio­theks­tan­tie­me

Für die ana­lo­ge Aus­lei­he in Biblio­the­ken zah­len Bund und Län­der über die Ver­wer­tungs­ge­sell­schaft VG Wort den Autoren und ggf. ande­ren Rech­te­inha­bern eine pau­scha­le Ver­gü­tung („Biblio­theks­tan­tie­me“), deren Gesamt­hö­he der­zeit 17 Mio. EUR jähr­lich beträgt. Die Biblio­theks- und Kom­mu­nal­ver­bän­de for­dern, dass die­se Tan­tie­me in Zukunft auch auf die elek­tro­ni­sche Aus­lei­he aus­ge­dehnt wer­den soll. Unter der­zei­ti­gen Lizenz­be­din­gun­gen wird für die elek­tro­ni­sche Aus­lei­he kei­ne Ver­gü­tung von Bund und Län­dern an die Urhe­ber gezahlt.