Verteidigungsministerium bremst Energiewende in Oberbayern aus

Verteidigungsministerium bremst Energiewende in Oberbayern aus

Micha­el Schro­di, SPD-Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ter für Dach­au und Fürs­ten­feld­bruck betrach­tet den Aus­bau der Erneu­er­ba­ren Ener­gien in Ober­bay­ern, ins­be­son­de­re der Wind­kraft, mit gro­ßer Sor­ge und for­dert einen schnel­len Abbau der Hin­der­nis­se. Nicht nur die umstrit­te­ne baye­ri­sche 10-H-Rege­lung, son­dern auch die zivi­le und mili­tä­ri­sche Luft­fahrt stell­ten teils mas­si­ve Hemm­nis­se für neue Wind­ener­gie­pro­jek­te dar.

„Ich möch­te den Men­schen in mei­nem Wahl­kreis eine akti­ve Kli­ma­schutz­po­li­tik garan­tie­ren, für den Schutz unse­rer Umwelt und gute Lebens­be­din­gun­gen vor Ort. Dazu gehö­ren eine kli­ma­freund­li­che Mobi­li­tät für alle, eine bezahl­ba­re und ver­läss­li­che Strom­ver­sor­gung mit erneu­er­ba­rer Ener­gie und siche­re, zukunfts­ori­en­tier­te Arbeits­plät­ze für die Beschäf­tig­ten in den ener­gie­in­ten­si­ven Schlüs­sel- und Inno­va­ti­ons­in­dus­trien. Hier­zu müs­sen wir aber die Brem­sen lösen, die den Aus­bau der Erneu­er­ba­ren Ener­gien behin­dern“, so Micha­el Schro­di in einem Schrei­ben an die Bun­des­mi­nis­te­ri­en für Ver­tei­di­gung und für Wirt­schaft und Ener­gie. „Unter­neh­men mit vie­len Arbeit­neh­me­rin­nen und Arbeit­neh­mern aus mei­nen Wahl­kreis wie MAN, MTU oder die gro­ßen Auto­bau­er haben sich bereits auf den Weg gemacht und stel­len auf neue Antriebs­sys­te­me um. Sie müs­sen sich dar­auf ver­las­sen kön­nen, dass dafür aus­rei­chend Strom und Was­ser­stoff aus Erneu­er­ba­ren bereit­ste­hen“, ergänzt Schro­di.

Der Aus­bau der Erneu­er­ba­ren Ener­gien in Bay­ern kommt seit Jah­ren nur schlep­pend vor­an. Beson­ders betrof­fen davon ist die Wind­kraft, deren Aus­bau fast zum Erlie­gen gekom­men ist. Schro­di, der für die SPD im Umwelt­aus­schuss des Bun­des­tags sitzt, macht dafür in Ober­bay­ern nicht nur die Abstands­re­ge­lung der Baye­ri­schen Staats­re­gie­rung (10-H-Rege­lung), durch die nur noch 0,05 Pro­zent der sonst nutz­ba­ren Flä­chen für Wind­ener­gie­pro­jek­te genutzt wer­den kön­nen, son­dern auch die Flug­hö­hen in der mili­tä­ri­schen und zivi­len Luft­fahrt ver­ant­wort­lich. „In Ober­bay­ern allein sind 18 Stand­or­te betrof­fen, dar­un­ter Jesen­wang im Land­kreis Fürs­ten­feld­bruck, Pfaf­fen­ho­fen an der Glonn im Land­kreis Dach­au und Krailling/Gilching im Land­kreis Starn­berg, die für leis­tungs­star­ke Wind­ener­gie­an­la­gen in Betracht kämen, wenn eine (Wieder-)Anhebung der Min­dest­flug­hö­hen der umlie­gen­den Flug­plät­ze vor­ge­nom­men wür­de. Das uni­ons­ge­führ­te Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­um hat bei Prü­fung des Stand­orts Jesen­wang schon zwei Mal eine mini­ma­le Anhe­bung ohne hin­rei­chen­de Begrün­dung abge­lehnt. Gut die Hälf­te der mög­li­chen aus Wind­kraft zu gewin­nen­den Ener­gie wird damit vom Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­um ver­hin­dert.“ Nun reagiert Schro­di und schreibt das Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­um und das für die Ener­gie­wen­de zustän­di­ge Wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um direkt an.

Die Bun­des­re­gie­rung hat in der aktu­el­len Legis­la­tur eine Viel­zahl an Maß­nah­men auf den Weg gebracht, um die eige­nen Kli­ma­zie­le zu errei­chen. Nicht zuletzt das Kon­junk­tur­pa­ket aus dem letz­ten Jahr ent­hält Mil­li­ar­den-Inves­ti­tio­nen für Kli­ma­schutz­maß­nah­men und den zukunfts­ori­en­tier­ten Umbau der Wirt­schaft, die Dekar­bo­ni­sie­rung des Ver­kehrs und im Gebäu­de­be­reich. Ein gro­ßer Teil der Ein­spa­run­gen soll dabei durch die Umstel­lung auf strom­ba­sier­te Tech­no­lo­gien erreicht wer­den. „Wenn wir bis 2030 den Anteil erneu­er­ba­rer Ener­gien am Brut­to­strom­ver­brauch min­des­tens auf 65 Pro­zent stei­gern wol­len, ist das also ein wich­ti­ger Bei­trag zum Kli­ma­schutz und gleich­zei­tig zur Stär­kung unse­rer Wirt­schaft und zum Erhalt und der Schaf­fung gut bezahl­ter Arbeits­plät­ze“, erläu­tert Micha­el Schro­di. Die Zie­le der Bun­des­re­gie­rung sehen vor, dass die Erneu­er­ba­ren Ener­gien bis 2030 einen Anteil von min­des­tens 65 Pro­zent am Brut­to­strom­ver­brauch errei­chen sol­len. Durch die Ende ver­gan­ge­nen Jah­res beschlos­se­ne Ver­schär­fung der Kli­ma­zie­le auf euro­päi­scher Ebe­ne wird vor­aus­sicht­lich ein noch höhe­rer Anteil nötig wer­den.