Union verhindert Investitionen in Bayerns Zukunft

Union verhindert Investitionen in Bayerns Zukunft

Vor eini­gen Tagen hat­te das ZEW (Leib­niz-Zen­trum für Euro­päi­sche Wirt­schafts­for­schung) ein einer wis­sen­schaft­li­chen Stu­die fest­ge­stellt: Die Steu­er­plä­ne von CDU/CSU und FDP bedeu­ten Ent­las­tun­gen für abso­lu­te Spit­zen­ver­die­ner und rie­si­ge Löcher in den öffent­li­chen Kas­sen. Auch für den Frei­staat Bay­ern wur­den nun die Zah­len ermit­telt: Die Steu­er­ge­schen­ke für Super­rei­che belas­ten auch den baye­ri­schen Haus­halt und die eh schon klam­men baye­ri­schen Kom­mu­nen mas­siv. Drin­gen­de Inves­ti­tio­nen, bei­spiel­wei­se in das Hal­len­bad Karls­feld, den Aus­bau der Kin­der­be­treu­ung oder die Digi­ta­li­sie­rung der Schu­len, blie­ben dann auf der Stre­cke.

Kon­kre­ter: Bei einem Brut­to­ein­kom­men von 300 000 Euro gibt es nach den Plä­nen von CDU und CSU noch eine Steu­er­ent­las­tung von gut 10 000 Euro oben drauf. Die Fol­gen sind gra­vie­rend: Um die obers­ten Ein­kom­mens­klas­sen bei der Ein­kom­men­steu­er zu ent­las­ten, neh­men CDU und CSU laut Berech­nun­gen des ZEW Steu­er­aus­fäl­le von 33 Mrd. Euro in Kauf. Laut Ste­fan Bach vom DIW (Deut­sches Insti­tut für Wirt­schafts­for­schung) kom­men durch die ver­spro­che­ne Sen­kung des Unter­neh­mens­steu­er­sat­zes noch ein­mal 17 Mrd. Euro Steu­er­aus­fäl­le hin­zu. Für den Frei­staat Bay­ern bedeu­tet das Min­der­ein­nah­men von rund 4,34 Mrd. Euro. Geld, das z. B. fehlt, um die drin­gend not­wen­di­ge Digi­ta­li­sie­rung der Schu­len vor­an­zu­trei­ben.

Auf die baye­ri­schen Kom­mu­nen käme ein Ein­nah­men­aus­fall von gut 1,3 Mrd. Euro zu. Das ent­zieht den Städ­ten, Gemein­den und Land­krei­sen, die immer noch mit den finan­zi­el­len Fol­gen der Pan­de­mie kämp­fen, end­gül­tig die Exis­tenz­grund­la­ge. Damit ste­hen vie­le wich­ti­ge Inves­ti­tio­nen und die frei­wil­li­gen Leis­tun­gen der Kom­mu­nen auf der Kip­pe. Micha­el Schro­di: „Zwei Drit­tel aller Inves­ti­tio­nen wer­den durch die Kom­mu­nen getä­tigt. Wir brau­chen ein Jahr­zehnt der Inves­ti­tio­nen u.a. in den Kli­ma­schutz, bezahl­ba­res Woh­nen, Mobi­li­tät und die Bil­dung. Armin Laschet und Mar­kus Söder ent­zie­hen den baye­ri­schen Kom­mu­nen mit ihren Steu­er­ge­schen­ken für die Super­rei­chen letzt­lich die Exis­tenz­grund­la­ge!“ Micha­el Schro­di betont: „Ange­sichts der Coro­na-Kraft­an­stren­gung sowie der not­wen­di­gen Zukunfts­in­ves­ti­tio­nen für Kli­ma, Digi­ta­li­sie­rung und Mobi­li­tät sind Steu­er­ge­schen­ke ver­ant­wor­tungs­los, erst recht für die obe­ren Ein­kom­men. Die SPD will im Bund, in Bay­ern und in den Kom­mu­nen in die Zukunft inves­tie­ren. Das ZEW hat in sei­ner Stu­die auch klar­ge­stellt: Mit der SPD wer­den 95 Pro­zent der Ein­kom­mens­steu­er­zah­ler, vor allem unte­ren und mitt­le­ren Ein­kom­men, ent­las­tet und damit die Kauf­kraft gestärkt. Die obe­ren Ein­kom­mens­grup­pen dage­gen  wer­den stär­ker zur Finan­zie­rung öffent­li­cher Auf­ga­ben her­an­ge­zo­gen. Gera­de über die­se Fra­ge ent­schei­det die nächs­te Bun­des­tags­wahl.“

Und übri­gens, mit der FDP käme es noch schlim­mer: Noch grö­ße­re Ent­las­tung der obers­ten Ein­kom­men und damit Min­der­ein­nah­men von 88 Mrd. Euro wer­den ver­spro­chen. FDP-Lind­ner hat völ­lig Recht: Lie­ber nicht regie­ren, als schlecht zu regie­ren. Das gilt für CDU/CSU und FDP glei­cher­ma­ßen.