Lobbyregister im Bundestag beschlossen

Lobbyregister im Bundestag beschlossen

Seit 10 Jah­ren for­dert die SPD-Bun­des­tags­frak­ti­on die gesetz­li­che Ein­füh­rung eines Lob­by­re­gis­ters. Die­ses sieht eine Regis­trie­rungs­pflicht für Inter­es­sen­ver­tre­te­rin­nen und Inter­es­sen­ver­tre­ter vor und soll Lob­by­ar­beit trans­pa­ren­ter machen. Nun wur­de das Lob­by­re­gis­ter im Bun­des­tag beschlossen.„Die Hart­nä­ckig­keit der SPD hat sich aus­ge­zahlt“, so Micha­el Schro­di, der Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te für Fürs­ten­feld­bruck und Dach­au.

Inter­es­sen­ver­tre­te­rin­nen und -ver­tre­ter müs­sen künf­tig umfas­sen­de Anga­ben zu ihrer Per­son, zum Gegen­stand sowie zur Finan­zie­rung der Inter­es­sen­ver­tre­tung machen. Auch müs­sen sie einen ver­bind­li­chen Ver­hal­tens­ko­dex anneh­men, der Grund­sät­ze inte­grer Inter­es­sen­ver­tre­tung vor­sieht. Ver­stö­ße gegen die Regis­trie­rungs­pflicht wer­den mit einem Buß­geld bis zu 50.000 Euro sank­tio­niert. Ver­stö­ße gegen den Ver­hal­tens­ko­dex wer­den wie­der­um im Regis­ter ver­öf­fent­licht.

„Ohne Fra­ge ist das Lob­by­re­gis­ter-Gesetz ein gro­ßer Schritt in die rich­ti­ge Rich­tung hin zu mehr Trans­pa­renz und Ver­trau­en. Uns in der SPD-Bun­des­tags­frak­ti­on geht es aber noch nicht weit genug“, erklärt Schro­di. Die SPD setzt sich dar­über hin­aus für den soge­nann­ten „exe­ku­ti­ven Fuß­ab­druck“ ein. Dabei geht es um die Ver­öf­fent­li­chung von Lob­by­is­ten-Kon­tak­ten zu Bun­des­mi­nis­te­ri­en und deren Stel­lung­nah­men zu Gesetz­ent­wür­fen. „Den ‚exe­ku­ti­ven Fuß­ab­druck‘ hat das Bun­des­kanz­ler­amt bis zum Ende kate­go­risch abge­lehnt“, kri­ti­siert Schro­di. „Nach den Lob­by- und Kor­rup­ti­ons­af­fä­ren von CSU- und CDU-Abge­ord­ne­ten hat­ten wir erwar­tet, dass Herr Söder und Herr Laschet ihre Blo­cka­de auf­ge­ben. So viel Trans­pa­renz war von den CSU und CDU-Vor­sit­zen­den aber nicht gewünscht“, zeigt sich Micha­el Schro­di ent­täuscht, ver­spricht aber: „Die Ein­füh­rung des ‚exe­ku­ti­ven Fuß­ab­drucks‘ wird eine der ers­ten Hand­lun­gen einer SPD-geführ­ten Bun­des­re­gie­rung sein!“