Soziale Gerechtigkeit ist das Zauberwort gegen Rechts!

Soziale Gerechtigkeit ist das Zauberwort gegen Rechts!

Auf Ein­la­dung der SPD kamen Micha­el Schro­di, Bun­des­tags­kan­di­dat (Olching) und Flo­ri­an Rit­ter, Land­tags­ab­ge­ord­ne­ter aus Mün­chen, als Refe­ren­ten zum The­ma „Wie begeg­net die SPD dem Rechts­ra­di­ka­lis­mus in Euro­pa ?“ in den nörd­li­chen Land­kreis nach Weichs. Der SPD-Orts­vor­sit­zen­de Hein­rich Fit­ger eröff­ne­te die Ver­an­stal­tung mit einem per­sön­li­chen Bekennt­nis zu einem demo­kra­ti­schen Euro­pa.

Micha­el Schro­di ver­deut­lich­te den Zusam­men­hang zwi­schen der wach­sen­den sozia­len Ungleich­heit und dem Erstar­ken natio­na­lis­ti­scher und ras­sis­ti­scher Par­tei­en in Euro­pa. „Wenn 40 % der Bevöl­ke­rung in Deutsch­land weni­ger im Geld­beu­tel hat als noch vor 20 Jah­ren und so nicht am wirt­schaft­li­chen Erfolg des Lan­des betei­ligt wird, stei­gert das die Bereit­schaft, natio­na­lis­ti­schen Schein­lö­sun­gen Glau­ben zu schen­ken“, so Micha­el Schro­di.

Aus die­ser Erkennt­nis resul­tie­ren die vier Haupt­punk­te sei­nes per­sön­li­chen Wahl­pro-gramms: Guter Lohn für gute Arbeit; Inves­ti­ti­ons­of­fen­si­ve in die öffent­li­che Infra­struk­tur wie bei­spiels­wei­se Bil­dung, Stra­ße und Schie­ne; Stär­kung der sozia­len Absi­che­rung durch Ver­bes­se­rung des gesetz­li­chen Ren­ten­sys­tems; Erhö­hung der Steu­er­ein­nah­men durch stär­ke­re Inan­spruch­nah­me der Rei­chen und der gro­ßen Unter­neh­men. Das bes­te Mit­tel gegen rech­te Umtrie­be sei ein star­ker Sozi­al­staat und eine soli­da­ri­sche Gesell­schaft.

Flo­ri­an Rit­ter, Spre­cher für die Bekämp­fung des Rechts­extre­mis­mus in der SPD-Land­tags­frak­ti­on, wid­met sich seit dem Okto­ber­festat­ten­tat von 1980 der Erfor­schung die­ses The­mas. Er zitier­te aus der „Mit­te Stu­die“ 2016 der Fr.-Ebert-Stiftung, wor­in „Ein­stel­lun­gen“, d.h. Denk­mus­ter und Vor­ur­tei­le bestimm­ter Bevöl­ke­rungs­schich­ten unter­sucht wur­den, an die rechts­extre­me Par­tei­en „ando­cken“ kön­nen. Er sieht den „Staat“ in ganz Euro­pa in der Kri­se. Die fort­schrei­ten­de Öko­no­mi­sie­rung und Libe­ra­li­sie­rung, der Abbau von Schutz­rech­ten, durch sta­gnie­ren­de oder fal­len­de Real­löh­ne abneh­men­de Teil­ha­be an den Erfol­gen der sozia­len Markt­wirt­schaft, dadurch ver­ur­sach­te Zukunfts­ängs­te, abneh­men­de Trans­pa­renz der poli­ti­schen Ent­schei­dun­gen. „All dies führt zu wach­sen­der Wahl­ent­hal­tung, die sich in Pro­test­wah­len Luft macht. “Aber“, sagt Rit­ter, „dabei wird über­se­hen, dass z.B. die AfD eigent­lich zutiefst neo­li­be­ral, gegen alle öffent­li­chen Sozi­al­sys­te­me und in jeder Hin­sicht rück­schritt­lich ist“. Die SPD dage­gen steht für sozia­le Gerech­tig­keit, sozia­le Sicher­heit und am Gemein­wohl ori­en­tier­te Abga­ben­be­las­tung. Es geht ihr und ihrem Spit­zen­kan­di­da­ten Mar­tin Schulz dar­um, den Men­schen ihre Sor­gen zu neh­men und Ver­trau­en in staat­li­ches Han­deln zurück­zu­ge­win­nen.

Bei­de Refe­ren­ten erhiel­ten gro­ßen Bei­fall. In der leb­haf­ten Dis­kus­si­on mach­te der Land­tags­ab­ge­ord­ne­te Mar­tin Güll klar, dass die Unge­rech­tig­keit ja schon in der Schu­le beginnt. Sein Plä­doy­er gilt der kos­ten­lo­sen Bil­dung, um dem von Anfang an ent­ge­gen­zu­wir­ken. Wolf­gang Götz aus Röhr­moos for­der­te eine Rück­kehr zu Wer­ten, eine kla­re Hal­tung gegen Rechts­po­pu­lis­mus und mehr poli­ti­sche Bil­dung für die Jugend. Die Juso-Vor­sit­zen­de Anja Güll ergänz­te, dass Poli­ti­sche Bil­dung gera­de in Jugend­par­la­men­ten erfahr­bar wer­de, wie sie schon in eini­gen Gemein­den bestehen. Der sozia­le Woh­nungs­bau lag beson­ders Wolf­gang Stad­ler, dem 2. Bür­ger­meis­ter von Peters­hau­sen am Her­zen. Er kri­ti­sier­te die zahl­rei­chen Hin­der­nis­se im gel­ten­den Bau­recht. Auch er sag­te: „Wir müs­sen Pro­ble­me lösen, um Neid­de­bat­ten vor­zu­beu­gen.“ Lud­ger Elmer, Weichs, mahn­te die fäl­li­ge Kor­rek­tur von poli­ti­schen Fehl­ent­schei­dun­gen und Fehl­ent­wick­lun­gen an.

Fazit die­ser ins­ge­samt gelun­ge­nen Ver­an­stal­tung: Nur mit kla­rer demo­kra­ti­scher Hal­tung in der Öffent­lich­keit, mit Vor­le­ben sozi­al­de­mo­kra­ti­scher Grund­sät­ze und mit wei­te­ren Refor­men für mehr Gerech­tig­keit im Arbeits-, Sozi­al- und Steu­er­be­reich kön­nen wir dem Rechts-Extre­mis­mus erfolg­reich ent­ge­gen­tre­ten.