Mindestens 70 Prozent des Sondervermögens Infrastruktur und Klimaneutralität müssen an Kommunen gehen

Mindestens 70 Prozent des Sondervermögens Infrastruktur und Klimaneutralität müssen an Kommunen gehen

Die SPD-Lan­des­vor­sit­zen­de Ron­ja End­res, der Land­tags­ab­ge­ord­ne­te und Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de Hol­ger Grie­s­ham­mer und der Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te und Par­la­men­ta­ri­sche Staats­se­kre­tär beim Bun­des­fi­nanz­mi­nis­ter Micha­el Schro­di erklä­ren: „Die Kom­mu­nen schul­tern 70 Pro­zent der öffent­li­chen Inves­ti­tio­nen. Sie brau­chen des­halb min­des­tens 70 % der Finanz­mit­tel, die der Bund dem Frei­staat und den Städ­ten und Gemein­den zur Ver­fü­gung stellt. Die baye­ri­schen Kom­mu­nen brau­chen unver­züg­lich Pla­nungs­si­cher­heit für ihre Inves­ti­tio­nen in Schu­len, Kitas, Nah­ver­kehr und Sport­stät­ten.“

Die­se Woche wur­de das Gesetz der Bun­des­re­gie­rung zur Ver­tei­lung der 100 Mil­li­ar­den für Län­der und Kom­mu­nen (Län­der- und Kom­mu­nal-Infra­struk­tur­fi­nan­zie­rungs­ge­setz – LuKIFG) in den Bun­des­tag ein­ge­bracht. Auf Wunsch der Baye­ri­schen Staats­re­gie­rung war eine Min­dest­wei­ter­ga­be der Gel­der an die Städ­te und Gemein­den wie­der aus dem Gesetz gestri­chen wor­den.

Die baye­ri­sche SPD for­dert für Bay­ern eine ver­bind­li­che Kom­mu­nal­quo­te von min­des­tens 70 Pro­zent der Mit­tel aus dem Bun­des-Son­der­ver­mö­gen für Infra­struk­tur und Kli­ma­neu­tra­li­tät, die in Höhe von 15,7 Mil­li­ar­den Euro in den kom­men­den 12 Jah­ren an Bay­ern gehen. Sie schließt sich damit der For­de­rung des Baye­ri­schen Land­kreis­ta­ges an und for­dert die Baye­ri­sche Staats­re­gie­rung auf, eine ent­spre­chen­de Fest­le­gung auf den Weg zu brin­gen.

Der Par­la­men­ta­ri­sche Staat­s­e­kre­tär Schro­di, der für die Bund-Län­der-Finanz­be­zie­hun­gen zustän­dig ist, erklärt hier­zu: „Ande­re Bun­des­län­der machen es vor. In Schles­wig-Hol­stein, Nie­der­sach­sen und Rhein­land-Pfalz haben die Lan­des­re­gie­run­gen sich längst mit den Kom­mu­nen auf einen ver­bind­li­chen Satz geei­nigt und teil­wei­se noch eige­ne Mit­tel drauf­ge­legt. Wir wol­len, dass die Men­schen vor Ort von den Inves­ti­tio­nen in die Schu­len und Kin­der­gär­ten, in Stra­ße und Schie­ne, in die Kran­ken­häu­ser und die Digi­ta­li­sie­rung pro­fi­tie­ren. Gera­de im rei­chen Bay­ern muss des­halb der ganz über­wie­gen­de Anteil am Son­der­ver­mö­gen Infra­struk­tur und Kli­ma­neu­tra­li­tät an die Kom­mu­nen gehen.“

Hol­ger Grie­s­ham­mer, SPD-Frak­ti­ons­vor­sit­zen­der im Baye­ri­schen Land­tag, ergänzt: „Die von uns bereits gefor­der­te ‚Kom­mu­nal­mil­li­ar­de‘ bedeu­tet, dass rund 76 Pro­zent der auf Bay­ern ent­fal­len­den 15,7 Mil­li­ar­den Euro an die Kom­mu­nen gehen müs­sen. Aber schon bei einem Anteil von 70 Pro­zent wür­den Mün­chen in zwölf Jah­ren dar­aus ins­ge­samt gut 1,3 Mil­li­ar­den Euro zur Ver­fü­gung ste­hen, wenn man allein nach der Bevöl­ke­rungs­zahl ver­teilt. Für Nürn­berg wären es rund 450, für Augs­burg knapp 250, für Regens­burg knapp 150 und für Würz­burg knapp 110 Mil­lio­nen Euro in zwölf Jah­ren. Selbst auf eine 10.000-Einwohner-Gemeinde ent­fie­len rund 8,3 und auf eine 5.000-Eiwohner-Gemeinde gute 4,1 Mil­lio­nen Euro. Wenn die Staats­re­gie­rung, wie ande­re Bun­des­län­der dies bereits vor­ma­chen, die­se Mit­tel aus eige­nen Rück­la­gen oder durch Aus­schöp­fung des neu­en Ver­schul­dungs­spiel­raums noch wei­ter auf­stockt, steht der von uns gefor­der­ten Kom­mu­nal­mil­li­ar­de jähr­lich und einer noch etwas bes­se­ren Finanz­aus­stat­tung der Kom­mu­nen für Inves­ti­tio­nen in die Zukunft nichts mehr im Wege.“

Ron­ja End­res, Lan­des­vor­sit­zen­de der Bay­ern­SPD: „Ob neue und gut aus­ge­stat­te­te Schu­len oder Kitas, ein leis­tungs­fä­hi­ger Nah­ver­kehr oder moder­ne Sport­stät­ten: Die Land­krei­se, Städ­te und Gemein­den sind die Orte, wo Zukunft kon­kret wird. Hier wird Trans­for­ma­ti­on unmit­tel­bar umge­setzt. Des­we­gen muss ein Groß­teil der Mit­tel aus Ber­lin bei unse­ren baye­ri­schen Kom­mu­nen ankom­men.“

Dr. Tho­mas Jung, Ober­bür­ger­meis­ter der Stadt Fürth und Lan­des­vor­sit­zen­der der Sozi­al­de­mo­kra­ti­schen Gemein­schaft für Kom­mu­nal­po­li­tik in Bay­ern e. V. (SGK) ergänzt: „Der Inves­ti­ti­ons­stau auch in den baye­ri­schen Land­krei­sen, Städ­ten und Gemein­den ist erheb­lich. Zum Woh­le unse­rer Bür­ge­rin­nen und Bür­ger, die von jeder unse­rer Inves­ti­tio­nen unmit­tel­bar pro­fi­tie­ren, brau­chen die Kom­mu­nen den Löwen­an­teil des auf den Frei­staat ent­fal­len­den Son­der­ver­mö­gens. Die ört­li­che Infra­struk­tur ist das, was Men­schen und Unter­neh­men unmit­tel­bar erle­ben und brau­chen.“