Steu­er­trans­pa­renz bei mul­ti­na­tio­na­len Unter­neh­men

Steu­er­trans­pa­renz bei mul­ti­na­tio­na­len Unter­neh­men

Für eine grenz­über­schrei­ten­den öffent­li­che Aus­tausch bestimm­ter Bilanz­kenn­zah­len inter­na­tio­nal agie­ren­der Kon­zer­ne!

Hier set­ze ich mich mit mei­nen Frak­ti­ons­kol­le­gin­nen und -kol­le­gen für das öffent­li­che(!) Coun­try-by-Coun­try-Report­ing (CbCR) ein. Die SPD hat sich schon in ihrem Kon­vents­be­schluss vom 5. Juni 2016 für ein öffent­li­ches Report­ing von gro­ßen, inter­na­tio­nal agie­ren­den Unter­neh­men aus­ge­spro­chen. Aber: CDU/CSU wol­len maxi­mal und wider­wil­lig das nicht­öf­fent­li­che Coun­try-by-Coun­try-Report­ing – also den Aus­tausch ledig­lich zwi­schen den Steu­er­be­hör­den ohne (!) Ver­öf­fent­li­chung. „Kei­nen Pran­ger“, so das Haupt­ar­gu­ment von CDU/CSU. Dar­aus folgt, dass Bun­des­fi­nanz­mi­nis­ter Olaf Scholz in Brüs­sel dem öffent­li­chen Coun­try-by-Coun­try-Report­ing nicht zustim­men darf, weil er dort nicht die SPD ver­tritt, son­dern die Bun­des­re­gie­rung

Zwi­schen den Finanz­ver­wal­tun­gen gibt es bereits das Coun­try-by-Coun­try-Report­ing, der Aus­tausch auf Ver­wal­tungs­ebe­ne ist also schon – wenn auch nur jun­ge – Pra­xis. Erfah­run­gen über die Qua­li­tät lie­gen noch nicht vor. Dass die Ban­ken, für die ein öffent­li­ches Coun­try-by-Coun­try-Report­ing bereits gilt, ursprüng­lich dage­gen waren und heu­te zu den Unter­stüt­zern von Coun­try-by-Coun­try-Report­ing im Bereich der übri­gen Unter­neh­men zäh­len, ist ein deut­li­cher Hin­weis dar­auf, dass die gegen­über dem öffent­li­chen Coun­try-by-Coun­try-Report­ing geäu­ßer­ten Sor­gen weit­ge­hend unbe­grün­det sind. Es ist weder ein­ge­trof­fen, dass Geschäfts­ge­heim­nis­se ver­ra­ten wur­den noch wur­den ein­zel­ne Insti­tu­te an den Pran­ger gestellt. Die Berichts­da­ten wer­den nach Län­dern auf­ge­schlüs­selt. Die wich­tigs­ten Daten sind Umsatz­er­lö­se, Ertrag­steu­ern, das Jah­res­er­geb­nis, das Eigen­ka­pi­tal, der ein­be­hal­te­ne Gewinn, die Anzahl der Mit­ar­bei­ter sowie Ver­mö­gens­wer­te. Ins­ge­samt wer­den ca. 20 Para­me­ter über­mit­telt – die zum größ­ten Teil bereits öffent­lich ver­füg­bar sind – aller­dings nicht in einem solch über­sicht­li­chen Tableau.