Grund­steu­er

Mus­ter­an­trag für die Ein­füh­rung der Grund­steu­er C

Bereits 2018 hat das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt eine gesetz­li­che Neu­re­ge­lung der Grund­steu­er gefor­dert. Die­se hat die Gro­ße Koali­ti­on im Okto­ber 2019 auf den Weg gebracht. In Bay­ern aber wird die Umset­zung der Grund­steu­er C von der Regie­rung blo­ckiert.

Der Vor­sit­zen­de der SPD im Unter­be­zirk Fürs­ten­feld­bruck Micha­el Schro­di for­dert nun die Ein­füh­rung der Grund­steu­er C und hat dazu einen Mus­ter­an­trag for­mu­liert, der hier run­ter­ge­la­den wer­den kann. Hier geht's zur Pres­se­infor­ma­ti­on der SPD im Unter­be­zirk Fürs­ten­feld­bruck.

Für eine fai­re, sozi­al gerech­te und ver­fas­sungs­fes­te Grund­steu­er!

Als Kom­mu­nal­po­li­ti­ker weiß ich: Die Grund­steu­er als bun­des­wei­te und wert­ab­hän­gi­ge Grund­la­ge der Kom­mu­nal­fi­nan­zen muss erhal­ten blei­ben! 

Bei der Reform der Grund­steu­er geht es um den Erhalt der dritt­wich­tigs­ten Ein­nah­me­quel­le der Kom­mu­nen – es geht also um die Finan­zie­rung von Schu­len, Kin­der­gär­ten, den öffent­li­chen Nah­ver­kehr (ÖPNV) und vie­les mehr. Die AfD möch­te die­se Steu­er ganz abschaf­fen, die FDP scheut den büro­kra­ti­schen Auf­wand einer gerech­ten Neu­re­ge­lung und CDU/CSU bevor­zu­gen ein Flä­chen­mo­dell, das unge­recht ist und am Ende Mie­te­rin­nen und Mie­ter stär­ker belas­tet. Das ist mit der SPD nicht zu machen.

Wir wol­len die Grund­steu­er gerecht und auf­kom­mens­neu­tral erhal­ten und sind dabei schon auf einem guten Weg. CSU und FDP behaup­ten den­noch, das wert­un­ab­hän­gi­ge Flä­chen­mo­dell sei gerech­ter und wür­de Wohn­grund­stü­cke und Mie­ter bes­ser stel­len. Doch die Zah­len lie­gen vor, bei­de Model­le wur­den gerech­net und das Ergeb­nis ist ein­deu­tig:

Beim von der Uni­on und FDP bevor­zug­ten wert­un­ab­hän­gi­gen Modell wür­de Fol­gen­des pas­sie­ren: Das Grund­stück eines Fuß­ball­pro­fis in Mün­chen wür­de gleich bewer­tet wie ein gleich gro­ßes Grund­stück im Cobur­ger Land oder in Thü­rin­gen. Es käme zur höhe­ren Belas­tung von Wohn­grund­stü­cken aber zur Ent­las­tung von Geschäfts­grund­stü­cken. In Mün­chen hie­ße das: Goog­le oder Sie­mens kom­men güns­ti­ger weg, Wohn­grund­stü­cke ver­teu­ern sich. Das ist nicht gerecht und übri­gens auch nicht ver­fas­sungs­kon­form!

Beim wert­ab­hän­gi­gen Modell der Bun­des­re­gie­rung, das wir unter­stüt­zen, wür­de Fol­gen­des pas­sie­ren: Die tat­säch­li­che Wert­ent­wick­lung eines Grund­stü­ckes wäre wider­ge­spie­gelt und es käme zu einer gerin­ge­ren Belas­tung der Wohn­grund­stü­cke. Gleich­zei­tig wür­den die Wer­te bei Geschäfts­grund­stü­cken und unbe­bau­ten Grund­stü­cken stei­gen.

Was in der Dis­kus­si­on um die Grund­steu­er­re­form übri­gens mit Blick auf die Mehr­be­las­tung für Mie­te­rin­nen und Mie­ter nicht ver­ges­sen wer­den darf:

  • Bei der jetzt anste­hen­den Grund­steu­er­re­form geht es nur dar­um, dass die Grund­stü­cke bun­des­ein­heit­lich und gerecht bewer­tet wer­den sol­len. Die tat­säch­li­che Höhe der Grund­steu­er legen am Ende die Kom­mu­nen über den Hebe­satz fest.
  • Die Grund­steu­er­be­las­tung liegt der­zeit bei ca. 18 Cent/qm. Die Grund­steu­er ist und wird nicht der Miet­preis­trei­ber sein.
  • Wenn man die Mie­te­rin­nen und Mie­ter ent­las­ten möch­te, muss die Umla­ge­fä­hig­keit der Grund­steu­er aus der Betriebs­kos­ten­ver­ord­nung gestri­chen wer­den.

In mei­nem "Grund­satz­pa­pier zur Grund­steu­er­re­form" fas­se ich alle Details zusam­men.

In zwei Anhö­run­gen des Finanz­aus­schus­ses haben mir Exper­ten jüngst bestä­tigt, dass ein wert­un­ab­hän­gi­ges Modell weder ver­fas­sungs­kon­form noch gerecht ist: