Waldschutz und -umbau

Ein Schwerpunkt meiner Arbeit im Umweltausschuss ist das Thema Wald.

Hitze, Dürre, Stürme, Borkenkäfer: Insbesondere die letzten zwei Jahre haben den Wald in Deutschland enorm unter Stress gesetzt. Unser Wald braucht Hilfe! Wir brauchen kurzfristig Maßnahmen, um die angespannte Situation zu bewältigen, aber vor allem müssen wir den Wald langfristig fit machen für die Veränderungen durch den Klimawandel. Nur so können wir das Multitalent Wald mit all seinen Funktionen für Klima, Natur und Gesellschaft für zukünftige Generationen erhalten.

Deutschland ist eines der waldreichsten Länder Europas. Fast ein Drittel des Bundesgebietes ist mit Wald bedeckt. Bayern hat mit 2,6 Millionen Hektar von allen Bundesländern die größte Waldfläche. Wald verbinden wir mit ursprünglicher Natur und Erholung. Wald produziert Sauerstoff, filtert Schadstoffe, bindet CO2. Wald reguliert den Wasserhaushalt, verhindert Erosion und Verödung. Wald bietet den Lebensraum für zahllose Arten – Insekten, Pflanzen, Vögeln und Säugetieren. Und Wald ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor im ländlichen Raum, für die Forstwirtschaft und den Tourismus.

Die Liste der Leistungen, die der Wald für uns erbringt, ist lang. All das kann nur ein gesunder Wald leisten. Doch ein immer größerer Teil der Bäume in unseren Wäldern ist nicht mehr gesund. Laut Bundeswaldinventur sind nur noch 28% der Bäume ohne sichtbare Schäden. Die Sterberate hat sich in den vergangenen 30 Jahren verdoppelt. Die anhaltende Trockenheit und Extremwetterereignisse setzen den Wäldern immer mehr zu. Durstige, gestresste Bäume können sich darüber hinaus weniger gut gegen Schädlinge wehren, die es selbst gerne warm und trocken haben und Stürmen auf ein großes Angebot an Totholz treffen.

Der Klimawandel und seine Konsequenzen sind eine riesige Herausforderung für den Wald und die Forstwirtschaft. Doch das Ausmaß der Schäden ist leider auch hausgemacht. Strukturreiche, artenreiche Wälder und nachhaltig bewirtschaftete Forsten können sich besser zur Wehr setzen als flach wurzelnde, schnell wachsende Fichten- und Kiefernmonokulturen. Das wissen wir nicht erst seit dem letzten Hitzesommer. Ein naturnaher Waldumbau, eine ökologischere, nachhaltigere Forstwirtschaft und ein schonender Umgang mit der Ressource Holz: Hier besteht in vielen Bereichen Nachholbedarf.

Im Juni 2019 haben wir deshalb einen Koalitions-Antrag zum Wald gestellt, der breit ansetzt und sowohl Maßnahmen zur Unterstützung der Forstwirtschaft in der derzeitigen angespannten Lage, wie auch zur Prävention von Waldbränden und Schadensfällen und zur Förderung einer nachhaltigen Forstwirtschaft und eines naturnahen Waldumbaus enthält. Bereits 2018 haben wir beschlossen, dass  von 2019 bis 2023 weitere 25 Millionen Euro für Maßnahmen zur Bewältigung der Folgen von Extremwetterereignissen im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe Agrarstruktur und Küstenschutz (GAK) bereitgestellt werden und eine Aufstockung des Waldklimafonds von 19,5 auf 24,5 Millionen jährlich ab 2019 erfolgt. Wir haben die Regierung darüber hinaus aufgefordert zu prüfen, ob diese Mittel für die Behebung der Waldschäden und eine Stärkung des naturnahen Waldumbaus ausreichend sind oder zusätzliche Mittel in den kommenden Jahren benötigt werden.

Im engen Dialog mit allen Akteuren der Wald-, Naturschutz, Forst- und Holzpolitik wollen wir zudem die Waldstrategie 2020 fortschreiben und zu einer Leitlinie für den Wald der Zukunft weiterentwickeln. Ziel muss es sein, den Bedürfnissen einer nachhaltigen Forstwirtschaft ebenso Rechnung zu tragen wie dem Klimaschutz und dem Erhalt der biologischen Vielfalt.

Ein erster Erfolg unseres Antrags war Ende September 2019 die Ankündigung auf dem Nationalen Waldgipfel in Berlin, dass nicht nur die bereits bereitgestellten Zusatzmittel in der GAK noch einmal verdoppelt, sondern weitere Mittel für den Wald über den Energie- und Klimafonds bewilligt werden. Insgesamt 547 Millionen Euro, gemeinsam mit den Mitteln der Ländern etwa 800 Millionen, stehen in den nächsten vier Jahren bereit. Wichtig ist jetzt, dass diese Gelder nicht mit der Gießkanne verteilt, sondern richtig eingesetzt werden. Wir wollen die Förderungen an klare Kriterien knüpfen. Unser Ziel sind naturnahe, strukturreiche Laubmischwälder , die in der Lage sind, Störungen im System zu tolerieren und sich regenerieren und anpassen können.

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Seit heute bin ich Mitglied im Ausschuss für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit