Internationaler Tag des Bodens

05. Dezember 2018

Wir treten ihn gerne mit Füßen und doch ist er eine manchmal vergessene, aber lebenswichtige Ressource: Am Internationalen Tag des Bodens wollen wir uns daran erinnern, was der Boden alles für uns leistet und wie wir ihn - und dadurch auch uns - immer mehr in Gefahr bringen.

Im Umweltausschuss des Bundestags bin ich Berichterstatter für dieses Thema und habe hier ein paar interessante Fakten für Euch zusammengestellt.

BODEN IST ENDLICH Unsere Böden sind in vielen tausend Jahren entstanden. Selbst bei ungestörten Bedingungen dauert es 1000 Jahre, bis sich eine 30 cm dicke Humusschicht entwickelt. Bodenschäden können also nicht einfach ausgeglichen werden. Boden gilt nach menschlichen Maßstäben als nicht erneuerbare Ressource.

BODEN VERSCHWINDET Pro Jahr verlieren wir weltweit über 10 Mio. Hektar fruchtbaren Bodens. Durch Versiegelung und Bebauung, nicht nachhaltige Landwirtschaft oder Verschmutzung mit Schadstoffen. Der Boden verliert seine Fruchtbarkeit und Produktivität, ebenso wie seine immer wieder unterschätzte Funktion für das Klima.

...DURCH VERSIEGELUNG In Deutschland werden täglich 62 Hektar (oder 87 Fußballfelder) für den Bau von Straßen und Wohnungen in Anspruch genommen. Dadurch gehen wertvolle (Acker-)Böden verloren, wie auch Lebensraum für die Tier- und Pflanzenwelt. Der Boden kann seine Rolle als natürlicher Wasserspeicher nicht mehr wahrnehmen.

...DURCH EROSION Durch schwere Landmaschinen auf den Äckern wird der Boden verdichtet und lässt Wasser schlechter versickern. Hocheffiziente Ernte und zehrende Anbaumethoden senken den Nährstoffgehalt im Boden. Durch starke Niederschläge wird er weggespült, nach Dürrephasen durch Wind abgetragen.

BODEN SPEICHERT WASSER Gesunder Boden filtert nicht nur Wasser, er kann bis zu 200 Liter Regen pro Quadratmeter und Meter Tiefe aufnehmen. Eine vielfache Menge seines Gewichts. Die Risiken von Überflutung und Austrocknung werden so verringert. Damit spielt er bei zunehmenden Extremwettern eine wichtige Rolle.

BODEN SPEICHERT CO2 Böden speichern mit mehr als 3.000 Milliarden Tonnen - nach den Ozeanen - global die größte Menge CO2. Das Zehnfache der Wälder, das Fünffache der Atmosphäre. Ein bis drei Milliarden Tonnen kommen jährlich dazu. Doch: Bei verstärktem Humusabbau wird CO2 freigesetzt. Dann werden Böden vom Speicher zum Verursacher.

BODEN ERNÄHRT Über 90 % der Produktion unserer Nahrungsmittel hängt vom Boden ab. Bis 2050 werden für 9 Mrd. Menschen ca. 60 % mehr Lebensmittel benötigt als heute. Gleichzeitig sinkt die pro Kopf verfügbare Anbaufläche. Und: Weltweit produzieren knapp 3 Mrd. Menschen Nahrung für den Eigenbedarf. Schlechte Böden werden zum Grund für Migration.

BODEN SCHÜTZEN Die Notwendigkeit von Schutz für Luft und Wasser stellt niemand mehr in Frage. Genau das muss aber auch für den Boden gelten. Boden ist eine kostbare und endliche Ressource. Eine flächensparende Bodenpolitik und eine bodenschonende Land- und Forstwirtschaft muss unser Ziel sein.

BODEN SCHÜTZER*IN WERDEN Zwei Fußballfelder an Boden braucht es pro Jahr für die Produktion der von mir oder dir konsumierten Produkte. Sechs Mal mehr als für eine Person in Bangladesch. Fast 60% der für den europäischen Konsum genutzten Flächen liegt außerhalb der EU. Gleichzeitig geht ein Drittel der weltweit produzierten Lebensmittel verloren, z.B. beim Transport, oder wird weggeworfen. Unser eigener Konsum ist ein Punkt, an dem wir alle ansetzen können.

Und ich? Ich werde mich im Umweltausschuss weiterhin für unseren Boden stark machen!

Weitere Informationen findet ihr hier und hier

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